Die 13 Laufentaler Gemeinden wollen noch stärker zusammenarbeiten: Mitte Mai soll hierzu der Verein Region Laufental gegründet werden. Die designierte Präsidentin Regina Weibel, die auch Gemeindepräsidentin von Dittingen ist, sagt, weshalb es den Verein braucht und wie die Menschen im Laufental davon profitieren können.

Frau Weibel, wieso ein Verein?

Regina Weibel: Die Gemeindepräsidenten der Laufentaler Ortschaften treffen sich seit Jahren regelmässig zur Laufentaler Gemeindepräsidentenkonferenz. Dort besprechen wir laufentalspezifische Themen, haben aber keine Entscheidungsbefugnis. Mit einem Verein ist es möglich, die bisherige Zusammenarbeit der Gemeinden unter einem Dach zu vereinen und Projekte auszuarbeiten. Zudem verpflichtet der Kanton Baselland die Gemeinden dazu, stärker zusammenzuarbeiten. Ich denke dabei etwa an die Bereiche Raumplanung und Alterspflege. Als derzeitige Präsidentin der Gemeindepräsidentenkonferenz amte ich voraussichtlich bis Ende Jahr als Vereinspräsidentin. Danach werden die Laufentaler Gemeinden alternierend das Präsidium stellen.

Das klingt, als ob sich nicht viel ändern wird. Braucht es den Verein überhaupt?

Was wir bisher machten, können wir durch den Verein ausweiten. Ein Verein erhöht unsere Legitimation und ermöglicht uns, stärker gegenüber Verhandlungspartnern wie dem Kanton aufzutreten. So können wir unsere Anliegen besser einbringen. Die Statuten erlauben es auch Gemeinden ausserhalb des Laufentals, dem Verein beizutreten. Es ist denkbar, dass sich auch Gemeinden aus dem angrenzenden solothurnischen Thierstein dem Verein anschliessen.

Werden Sie konkreter: Welche Projekte möchte der Verein Region Laufental in Angriff nehmen?

Sehr wichtig ist für uns der Erhalt des Spitals Laufen, der nach der Ablehnung der Spitalfusion wieder infrage gestellt ist. Die Schaffung einer Altersregion Laufental, in der die Gemeinden bei der Alterspflege zusammenarbeiten, ist ein anderes Projekt. Den Doppelspurausbau im Laufental möchten wir ebenfalls weiter voranbringen. Grundlage unserer Arbeit ist das seit 2016 vorliegende Zukunftsbild Laufental-Thierstein.

Wie wird der Verein Region Laufental organisiert sein?

Der Vorstand, der sich aus den Präsidenten aller 13 Laufentaler Gemeinden zusammensetzt, wird sich monatlich zu einer Vorstandssitzung treffen. Das oberste Organ des Vereins ist die Mitgliederversammlung, die über die Aufnahme neuer Gemeinden befindet. An der Mitgliederversammlung besitzen Gemeinden pro angefangene 2000 Einwohner eine Stimme. Laufen hat also drei, Zwingen zwei und die anderen Gemeinden haben jeweils eine Stimme. Eine bei der Wirtschaftsförderung Promotion Laufental angesiedelte Geschäftsstelle führt das Sekretariat des Vereins. Finanziert wird der Verein durch Beiträge der Mitgliedergemeinden im Verhältnis ihrer Einwohnerzahl.

Letztlich fliessen also Steuergelder in den Verein Region Laufental. Wie erklären Sie den Laufentalern, dass das Geld für sinnvolle Zwecke ausgegeben wird?

Die Belastung für den Steuerzahler wird kaum höher. Denn bereits heute wird der grössere Teil der Kosten, die dem Mitgliederbeitrag zugrunde liegen, von den Gemeinden getragen. Mit der Geschäftsstelle bei der Promotion Laufental können Synergien genutzt und damit die Kosten tief gehalten werden. Das Laufental wird mit dem Verein noch mehr als Einheit wahrgenommen werden. Als Region kann sich das Laufental mit gemeinsamen Projekten weiterentwickeln und sich gegenüber Ansprechpartnern wie dem Kanton mehr Gehör verschaffen.