Reinach

Reinach schaut Steiner AG beim Schulhausbau auf die Finger

Der Neubau des Primarschulhauses Surbaum soll über 50 Millionen Franken kosten. Doch trotz dieser hohen Kosten stimmt der Einwohnerrat dem Projekt zu.

Der Neubau des Primarschulhauses Surbaum soll über 50 Millionen Franken kosten. Doch trotz dieser hohen Kosten stimmt der Einwohnerrat dem Projekt zu.

Der Einwohnerrat gibt grünes Licht für den Neubau des Primarschulhauses Surbaum für über 50 Millionen Franken. Die Dringlichkeit des Projekts überwiegt den Aspekt der hohen Kosten.

Die Investition für den Schulhausneubau war trotz der hohen Kosten unbestritten. Nur gerade Myrian Kobler (CVP/BDP/GLP) votierte gegen den Baukredit von 49 Millionen Franken. Dazu kommen 1,4 Millionen Franken fürs Mobiliar. Kobler beantragte erfolglos, den Bau um zwei Jahre zu verschieben, um die finanziellen Folgen der Coronakrise besser abschätzen zu können. Für alle anderen überwog die Dringlichkeit des «Generationenprojekts», da in Reinach Schulraum fehlt und mehrere Schulhäuser in die Jahre gekommen sind.

Besonders das Schulhaus Surbaum ist in einem schlechten Zustand. Gemeinderätin Béatrix von Sury (CVP) warnte davor, dass bei einer Ablehnung des Kredits Reinach nach mehreren Jahren Planung wieder auf Feld eins zurückmüsse. Adrian Billerbeck (SVP) sprach von einer Investition in die Zukunft für die junge Generation, erinnerte aber auch daran, dass genau dieser damit eine finanzielle Last auferlegt wird. Um die über 50 Millionen Franken stemmen zu können, prüft der Gemeinderat eine befristete Steuererhöhung von zwei bis drei Prozent ab 2021.

Diese sei schon länger nötig, befand von Sury. Mehrere Jahresrechnungen wurden zuletzt durch Sondereffekte geschönt. Der Investitionskredit unterliegt dem obligatorischen Referendum. Das Volk hat an der Urne das letzte Wort.

Gemeinderat hat grosse Kontrollkompetenzen

Angesprochen wurde im Einwohnerrat auch die Steiner AG, die beim Schulhaus Surbaum als Totalunternehmerin das Projekt verantwortet. Ebendieser Steiner AG wurde vor wenigen Wochen vom Kanton Baselland kurz vor Ende der Bauarbeiten der Auftrag als Generalunternehmerin des Sekundarschulhauses Laufen entzogen. Es kam unter anderem zu zeitlichen Verzögerungen.

Die Situation in Reinach sei aber nicht vergleichbar mit jener in Laufen, stellte Gemeinderätin Béatrix von Sury klar. «In Laufen gibt es einen Generalplaner und eine Generalunternehmung. Dazwischen funktionierten die Schnittstellen nur ungenügend. In Reinach ist die Steiner AG als Totalunternehmerin für die Planung und die Ausführung des Baus verantwortlich.» Das Vertrauen in den Bauriesen sei da, stellte von Sury klar.

Trotzdem sicherte sich der Gemeinderat vertraglich umfassende Kontrollkompetenzen zu. Unter anderem erhält die Gemeinde laufend Einsicht ins Baukonto und kann so die Zahlungsflüsse überwachen. Dazu wurde eine Bauherrenaufsicht installiert, welche die Arbeiten eng begleitet. «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser», lobte dies Adrian Billerbeck. Christoph Layer (CVP/BDP/GLP) nimmt die Baufirma in die Pflicht. «Die Steiner AG muss in Reinach beweisen, dass sie so ein Grossprojekt gut über die Bühne bringt.»

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