Gymnasium Laufental-Thierstein

Rektor Isidor Huber: «Mein Traum ist eine zweisprachige Schule»

Der Ostschweizer Isidor Huber leitet als Rektor seit 2007 die Geschicke des Gymnasiums Laufen.

Rektor Isidor Huber erklärt, weshalb seine Schule gut aufgestellt ist und wieso er die bilinguale Matur ins Leben gerufen hat.

Isidor Huber, wie wird das Regionale Gymnasium Laufental-Thierstein in 50 Jahren aussehen?

Isidor Huber: Es wäre bitterschade, wenn die Schule nicht mehr da wäre. Das Gymi ist ein entscheidender Standortfaktor für die ganze Region. Ich denke, dass die derzeitige Organisationsform mit einer progymnasialen und gymnasialen Stufe unter einem Dach bleiben wird. Der Kanton Baselland hat immer wieder ins Schulgebäude investiert. Das Haus sieht, obwohl es 40 Jahre alt ist, fast wie neu aus. Was ansteht, ist jedoch eine Aussenhüllensanierung. So wie die Schule aufgestellt ist, schauen wir zuversichtlich in die Zukunft. Unsere Räumlichkeiten sind dem Zuwachs an Schülerinnen und Schülern, mit dem wir in den kommenden Jahren rechnen, gewachsen.

Mit der Vereinigung von Progymnasium und Gymnasium im gleichen Gebäude ist Ihre Schule eine Exotin. Sehen Sie sich diesbezüglich Widerstand ausgesetzt?

Es gab vielleicht schon Personen im Kanton, die unser System nicht gut fanden. Wären wir ein reines Gymnasium, wäre die Verwaltung wohl einfacher, die Schule als Verwaltungseinheit aber zu klein. Der Erfolg gibt uns recht. Die Schule funktioniert hervorragend.

Welches sind die Vorteile dieser ungewöhnlichen Schulform?

Die Progymnasiasten erhalten schon sehr früh Vorbilder. Dass sie bereits sehen können, was am Gymnasium stattfindet, ist für sie ein Appetizer. Wir veranstalten Nachmittage, an denen die Gymnasiasten die Progymnasiasten empfangen und über die verschiedenen Schwerpunktfächer erzählen.

Gleichzeitig ist doch an Schulen, an denen die drei verschiedenen Niveaus der Sekundarstufe vorhanden sind, die Durchlässigkeit grösser als bei Ihnen.

Es ist erstaunlich. Die Durchlässigkeit klappt auch bei uns. Die Klassen an unserem Progymnasium haben aufgrund von Quereinsteigenden eher zunehmende Schülerzahlen. Natürlich ist es praktisch, wenn die verschiedenen Niveaus unter einem Dach vereint sind, wie sonst im Baselbiet. Aber wir kompensieren diesen Nachteil dadurch, dass wir sowohl die Unterstufe als auch die Oberstufe beherbergen. Grundsätzlich konstatiere ich bei der Schülerschaft eine grosse Zufriedenheit. Kürzlich habe ich festgestellt, dass zuletzt im Jahr 2008 ein Schüler einen Rekurs eingereicht hat.

Die bilinguale Matur, die seit dem Jahr 2012 angeboten wird, ist auf Ihre Bemühungen zurückzuführen. Wieso haben Sie dieses Projekt aus der Taufe gehoben?

Die Schweiz verfügt in Europa über einen einzigartigen Sprachen-Werkzeugkasten. Ich finde es schade, wie fahrlässig in unserem Land mit diesem Privileg umgegangen wird. Man wartet darauf, dass irgendein Rektor in der Provinz auf die Idee einer bilingualen Matur kommt. Die Kantone Solothurn und Bern hätten genauso die Möglichkeit, mit ihren französischsprachigen Nachbarkantonen zusammenzuarbeiten.

Welche Dimensionen könnte die zweisprachige Matur am Gymnasium Laufen noch annehmen?

Mittelfristig sehe ich zwei Klassen, wie wir sie derzeit haben. Sie ermöglichen eine optimale Organisation und erlauben administrative Synergien. Wenn ich könnte, würde ich in Laufen auf der grünen Wiese eine bilinguale Schule mit allen Stufen errichten. Mein Traum ist eine Bildungseinrichtung mit Gymnasium, Sekundarstufe und Berufsschule, die allesamt zweisprachig sind. Mehrsprachigkeit ist nicht das Privileg der Akademiker und Gymnasiasten. Ich habe Tanten, die im Jura in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind und sowohl Französisch als auch Deutsch sprechen.

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