Pratteln

Rohner versucht zu beschwichtigen – aber auch die Partner-Feuerwehr fiel durch einen Kontrolltest

Bei der Explosion auf dem Rohner-Areal 2016 standen mehrere Feuerwehren im Einsatz. (Archiv)

Bei der Explosion auf dem Rohner-Areal 2016 standen mehrere Feuerwehren im Einsatz. (Archiv)

Die Chemiefirma Rohner behauptet, dass das Feuerwehr-Inspektorat bei seinen Tests den bestehenden Alarmverbund mit der benachbarten SI Group ignoriert habe. Dabei ist dieser Verbund gar nicht offiziell bewilligt – und auch die SI Group bestand den Test nicht.

Dass die Betriebsfeuerwehr der Prattler Rohner AG gleich durch zwei Tests des Baselbieter Feuerwehr-Inspektorats rasselte, konterte die Chemiefirma in der bz von heute Montag trocken: «Seit 1971 sind wir in einem funktionstüchtigen Feuerwehr-Verbund. Im Ernstfall werden drei Feuerwehren gleichzeitig und automatisch alarmiert. Dieser Verbund wurde im genannten Kontrolltest nicht berücksichtigt.»

«Der Verbund ist gar nicht offiziell von uns bewilligt», sagt der Baselbieter Feuerwehr-Inspektor Werner Stampfli nun auf Nachfrage. Die Störfallverordnung schreibe das vor. Wäre es ein offizieller Verbund, die Rohner AG wäre nicht alleine getestet worden. Bloss, so fügt Stampfli an: «Null plus Null ergibt auch Null.»

Denn der Verbundpartner der Rohner AG ist die benachbarte Chemiefirma SI Group. Und auch deren Betriebsfeuerwehr habe – am selben Tag – einen Test des Feuerwehr-Inspektorats nicht bestanden. Wie bei der Rohner seien auch dort zu wenig Mann schnell genug vor Ort gewesen. «Auch zusammen hätte es nicht gereicht», sagt Stampfli. Einen dritten Partner gäbe es nicht. Die Gemeinde-Feuerwehr Pratteln helfe nur als Übergangslösung zur Gewährleistung der Sicherheit aus.

Rohner und SI Group brauchen weiteren Partner

Und dann wird er deutlich: «Seit Jahren hat Rohner eine Verfügung von uns im Haus, dass sie innert zehn Minuten acht Mann aufbieten müssen – alleine. Das kann man nicht delegieren.» Auch wenn man sich in einem Alarmverbund organisiere, brauche es das Know-how der eigenen Leute, wo die chemischen Stoffe gelagert seien.

Stampfli erwartet nun, dass Rohner den Verbund endlich offiziell anmeldet. Dafür brauche es aber einen weiteren – starken – Partner. Der Kanton habe geholfen, entsprechende erste Gespräche aufzugleisen, möchte aber keine Namen nennen. Naheliegend wären wohl etablierte ABC-Feuerwehren wie jene vom Infrapark Baselland oder der Industriefeuerwehr Regio Basel.

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