Fasnacht in Reinach

Rot-weisse Absperrbänder führen Fasnächtler durch die Strasse

Die Furzgugge Rynach geben den Ton an.

Die Furzgugge Rynach geben den Ton an.

«Jetzt erscht rächt!» lautete das Motto der Reinacher Fasnacht. In der Tat liessen sich die 777 Fasnächtler aus 58 Einheiten von den Baugruben nicht irritieren und trotz anfänglicher Unsicherheiten konnte die traditionelle Route befahren werden.

Die vielen Baustellen und der fertig gestellte Kreisel an der Kreuzung der Hauptstrasse mit der Bruggstrasse waren denn auch ein beliebtes Sujet, warnten doch schon die als Erste gestarteten Nuscheli-Kids mit dem Sujet «Vorsicht Baustelle».

Rot-weisse Absperrbände führten die Wagen durchs Ortszentrum. Etwas weniger freiwillig waren die rot-weissen Absperrbretter auf der Hauptstrasse, welche Baugruben absicherten und so für engere Verhältnisse als üblich sorgten.

«D Waldgeischter fahre dasmol mit eme megageile Baustell-Chaare», war eine der Umsetzungen und Sprüche zum Thema Verkehrsfrust. «Mir mache Fasnacht drotz em Baue, denn das löön mir uns nit versaue.»

Die Jugendgugge Graffitti-Spucker fuhr mit dem Motto «Mir baue unser eigenes Dorf» die Strecke ab samt Lego-Bauwerken am Wagen, während die Rahmligge als Bauarbeiter in orange liefen und die Guggenmusiker von Deluxe 09 mit einem viel bestaunten Wagen in Anlehnung eines Londoner Doppelstöcker-Bus mit der Beschriftung «Baustellen Sightseeing Tour» durch Reinach fuhren.

Bleibt zu hoffen, dass die Bauerei ihr Ergebnis nicht verfehlen wird. Ein weibliches Schissdräckzygli war mit dem Slogan «Turbomüsli flaniere durch Rynach» bereits voller Vorfreude.

Auch zum Kreisel wurde viel gedichtet insbesondere weil der Tramverkehr ihn zeitweise zum Stillstand bringt und grössere Fahrzeuge kaum rechts abbiegen können - die Ersatzbusse während des Umzugs inklusive.

«Wetsch mit em Laschtwaage um dr Egge cho, muesch im Kreisel uf e Ehrerundi go», beschreiben Die Explosive und d'Solex Waggis mit ihrem Motto «Mit Vollgas durch dr Kreisel» das gängige Rezept und dichten zum Schienenverkehr im Kreisel: «Wenn d Drämlli chunnt hän alli rot, so dass die ganzi Chrüzig stoht.»

Auch Reinachs berühmtester Straftäter war natürlich ein Thema. Die Aescher Birs-Pirate fuhren als Thai-Boxer im goldenen Käfig durch ihren Nachbarort und schrieben auf dem Wagen: «Me will in dr Schwiz d'Verbrächensrote sänke, indäm me de Täter Wohnig, Gäld und Freiheit duet schänke.» Auch D'Chatzebuggler nahmen Carlos aufs Korn mit Sprüchen wie «Muesch Gäld für e neui Wohnig ha, griffsch eifach öbber mit em Mässer a».

Die Oserclique thematisierte mit ihrem Wagen das ewige Hin und Her um eine Schwimmhalle mit dem Motto «Mir wänd au im Winter schwümme» und fordert die Reinacher an die Urne, denn «mir wänn schwimme und nit nur turne». Die Zünftige dagegen gingen im roten Containerwagen auf den Recycling-Park ein.

Auch globalere Themen durften nicht fehlen, vor allem die Überwachungsskandale etwa bei den P(r)oscht-Waggis, dem FBI-Wagen der Räpplispucker mit dem Sujet «Mir loose zue» oder den kurz darauf folgenden Wagen mit dem Spruch: «Bevor das überhaupt hesch kapiert, bisch bi uns scho regischtriert. Egal ob du wottsch oder nit, d'Nochwuchs Waggis luege immer mit!»

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