Rudolf Fringeli setzt sich am 24. Dezember jeweils lieber für Personen ein, die ihn alleine verbringen müssten. Seit über 25 Jahren verbringt er den Heiligabend deshalb im Sekundarschulhaus in Zwingen im Einsatz. Dort veranstaltet der Lions Club Laufental-Thierstein, den Fringeli vor über 30 Jahren mitgegründet hat, jedes Jahr ein Weihnachtsfest für Alleinstehende.

Auch die Kinder packen an

Wenn der Papa an Weihnachten fehlt, muss die ganze Familie diesen Entscheid mittragen. Das sei bei ihm nie ein Problem gewesen, sagt Fringeli. «Wir feiern dafür am 25. Dezember gross», erzählt er. Die beiden älteren Söhne hätten sowieso schon nicht mehr zu Hause gewohnt, als der Lions Club das Weihnachtsfest ins Leben rief. «Und meine Tochter half sogar selber mit, indem sie beim feierlichen Teil Flöte spielte», erzählt der ehemalige Geschäftsführer des Wohn- und Bürozentrums für Körperbehinderte (WBZ) in Reinach. Sein dortiger Nachfolger, Stephan Zahn, ist ebenfalls im Lions Club Laufental-Thierstein engagiert. Auch er packt an der Weihnachtsfeier an, unterstützt von seiner ganzen Familie. «Es kommt bei unseren Gästen besonders gut an, wenn sie von den Kindern unserer Mitglieder bedient werden», erzählt Fringeli.

Der 75-Jährige ist einer von drei Personen, die seit dem ersten Weihnachtsfest des Lions Club Laufental-Thierstein immer im Einsatz stehen. «Mittlerweile kommen die ersten von den ehemaligen Helfern sogar selbst als Gäste», sagt er. Man habe die Verantwortung für die Veranstaltung mittlerweile an die nächste Generation übergeben. «Manchmal kann es ja schwierig werden, jüngere Leute für das Weiterführen solcher Anlässe zu finden. Uns ist das aber gut gelungen.»

So hat Fringeli auch nicht mehr so viele Aufgaben wie früher. Er arbeitet heute Abend an der Garderobe und übernimmt den Empfang der Leute. «Weil ich schon so lange dabei bin, kennen mich die Gäste», erläutert er. «Wenn ich sie empfange, hat das deshalb etwas sehr Persönliches.»

Zahlreiche Personen nehmen schon seit der ersten Durchführung am Weihnachtsfest teil. «Da ist fast eine kleine Familie entstanden», sagt Fringeli. Aber es sind auch immer wieder neue Gesichter dabei. Normalerweise kommen zwischen 60 und 70 Personen, dieses Jahr sind sogar 76 Gäste angemeldet. Dank Sponsoren ist die Teilnahme kostenlos. Zuerst feiern alle gemeinsam während rund einer Stunde Weihnachten, hören die Weihnachtsgeschichte, singen und geniessen Darbietungen des Gospelchors und des Posaunenchors Laufen. Dann gibt es ein Vier-Gang-Menü. Und auch Geschenke erhalten die Gäste: Weihnachtsgutzi, einen Weihnachtsstern und den Schwarzbubenkalender.

Opfer bringen

Für Fringeli und seine Lions-Club-Kollegen gibt es nichts. Aber das stört sie nicht. «Unsere Motivation ist es, der Gesellschaft und den alleinstehenden Personen etwas zu bieten», erklärt der Binninger, der in Laufen aufgewachsen ist. Genau dieser Gedanke war es, der den Lions Club dazu bewogen hat, das Weihnachtsfest einzuführen. «Wir wollten die Leute nicht bloss finanziell unterstützen, sondern einen persönlichen Einsatz leisten, ein Opfer bringen.» Gedankt wird es den Veranstaltern überschwänglich. «Sie geben uns jedes Jahr zu spüren, dass dieser Anlass ein grosses Bedürfnis ist. Wenn wir ihn nicht mehr durchführen würden, würde er eine grosse Lücke hinterlassen.»