Die Schweizer Saline AG spielt mit offenen Karten. «Wir prüfen das Kavernenfeld Rütihard mit höchster Priorität», schreibt Geschäftsführer Urs Hofmeier auf Anfrage. Bestätigten die Verantwortlichen vergangene Woche nur bevorstehende Sondierbohrungen, bestehen jetzt keine Zweifel: Die Schweizer Salinen wollen mittelfristig in der Muttenzer Rütihard Salz fördern.

Denn die Rheinsaline schreibt in einem Flyer: «In den 80er-Jahren wurde durch Erkundungsbohrungen im Gebiet Rütihard ein mächtiges, erschliessbares Salzlager entdeckt.» Bis Ende August will die Saline durch zwei Sondierbohrungen im Südwesten der Rütihard den Salzrand bestimmen.

Rütihard und Schauenburg

Verlängert der Kanton Baselland die 2025 auslaufende Konzession, dürften die Bohrgeräte in ein paar Jahren in die Tiefen der Rütihard dringen. Momentan bemüht sich die Saline um die Nutzungsrechte bis 2075.

Mit Blick auf die Rütihard relativiert Hofmeier: «Die Erschliessung neuer Kavernenfelder ist ein langer Prozess.» Die Schweizer Saline muss mit den Landbesitzern verhandeln, benötigt Baubewilligungen und hat Umweltverträglichkeitsberichte vorzulegen. Würden sich Landbesitzer innerhalb des Konzessionsgebietes gegen Salzabbau-Pläne sträuben, wäre die Saline bemächtigt, Landenteignungen durchzuführen. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Schweizer Salz-Produzent mit Monopol-Stellung je zu diesem Mittel greifen wird.

Doch die Schweizer Saline muss Lösungen für die Salzversorgung der Zukunft suchen. Diesen Auftrag erhielt das von den Kantonen getragene Unternehmen vor drei Jahren von seinem Verwaltungsrat.

Eine Geländeskizze zeigt die Abbau-Situation für Schweizerhalle: Die momentan aktiven Bohrfelder Wartenberg, Sulz und Grosszinggibrunn sind voraussichtlich im Jahr 2025 ausgeschöpft. Schweizerhalle nutzt derzeit rund 20 offene Bohrlöcher im Gebiet zwischen Pratteln und Muttenz. Abgesehen von der Rütihard gibt es Richtung Schauenburg und im Raum Arisdorf erschliessbare Salzvorkommen. «Hierzu sind aber weitere Abklärungen notwendig. Für alle diese Standorte gibt es noch kein konkretes Projekt», so Hofmeier.

Im Frühjahr 2016 führten die Schweizer Salinen in Arisdorf und Liestal Sondierbohrungen durch. Daraus ergab sich ein detaillierteres Bild über die Salzvorkommen im Bezirk Liestal. «Am liebsten haben wir Landwirtschaftzonen mit weiten Ebenen und mit Grundwasser in der Nähe, um das Salz herauszuwaschen», sagte Wolfgang Neubert, Leiter Technik und Engineering, damals gegenüber der «Basler Zeitung». Dies erklärt auch, weshalb das Naherholungsgebiet Rütihard für die Saline interessant ist.

Angesprochen auf den schweren Eingriff in die Natur sagt Hofmeier: «Es bleibt nichts zurück.» Die Bohrgeräte benötigen für jedes Bohrloch etwa drei Wochen. Pro Etappe, die aus sechs bis acht Bohrlöchern besteht, rechnet die Saline mit neun bis zwölf Monaten Bauzeit. Dann würden Bohrplatz und Gräben renaturiert. Ist das Salzlager erschöpft, baut die Saline die Anlagen zurück. Das Land sei nach der Salzförderung uneingeschränkt nutzbar, schreibt Hofmeier. Werden Bauern und Bevölkerung dem Unternehmen glauben? Auf die Saline wartet die schwierige Aufgabe, ihre Gegnerschaft zu beschwichtigen.