Manche Sujets können Auswärtige in Allschwil, zur Fasnachtszeit als Schwellheim bekannt, verwirrt zurücklassen. Denn bei den Schwellheimern gehört es zum guten Ton, sich zur Fasnacht mit lokalen Themen zu befassen. Nicht jedes davon erschliesst sich dem Besucher aus den Nachbargemeinden auf Anhieb.

Wieso etwa waren gestern so viele Fasnächtler im Hühnerkostüm unterwegs? Weil ein lokaler Hühnerbauer letzten Sommer bei «Bauer sucht Frau» mitgemacht hat. Und die Hippies, die mit einem Transparent «Freiheit für Didi» forderten? Sie spielten wie viele andere Cliquen auf einen Dorfbewohner an, der von der Grenzwache mit Hanf im Veloanhänger erwischt worden war.

«Schwellheim im Uni-Fiebr» hiess es bei der Wildviertel-Clique.

Wenig Publikum wegen heftigen Regens

Viele Gäste konnten die Allschwiler aber sowieso nicht empfangen. Zu Beginn des Umzugs regnete es so stark, dass es sich wohl einige lieber in den eigenen vier Wänden gemütlich machten. Als der Regen nachliess, kam zwar etwas mehr Publikum. An die Vorjahre kamen die Besucherzahlen aber bei weitem nicht heran. Für die Gäste, die dem Regen trotzten, gab es auch viele allgemein verständliche Sujets, etwa das Tram. Dieses wurde nicht nur von vielen Cliquen aufgegriffen, sondern lieferte auch das offizielle Sujet: «Usgfahreni Gleis uf dr Baslerstross - Zrugg zur Poschtkutsche, das wär famos». 

Attraktiv wurde die BVB-Thematik unter anderem von der Schärbe Clique umgesetzt, deren Wagen eine Riesenschnecke mit grünem Schneckenhaus und BVB-Logo war. Im Schneckenkostüm verteilte die Clique neben Blumen und Leckereien auch ihren Fasnachtszettel mit dem Titel «Uff em Gleis nur ummeschtoo und wienes Schnäggli go». Darauf reimten sie etwa:

Uff Allschwil schliicht dr Säägser uuse,

vom Morgartering chasch gmietlich pfuuse.

Denn bis dä z Allschwil an dr Schlaufe schtoot,

bisch äntwäder alt oder scho doot.

Die Schwellemer Holzhacker hatten eine besondere These, weshalb das Tram in den vergangenen Monaten solche Mühe hatte:

Gsehsch denn s Drämmli plötzlich stoh

Het d EBM wider mol de Strom weggnoh

Die Schwellemer Pönggis leiteten einen Wunsch von prominenter Stelle weiter:

Dass s Drämmli wider schnäller wär

Wünscht sich unsere BV-Bäär

Die Gemeindefinanzen waren auch dieses Jahr wieder ein beliebtes Thema, das auch bei den auswärtigen Besuchern bekannt sein dürfte. Schliesslich kennt man in vielen Gemeinden und beim Kanton ähnliche Schwierigkeiten. Das merkten auch die Gässlischlyffer an:

Dr Toni zieht uff Lieschtel wytter

Scho sinn d Finanze dört au schytter

Als Thema griffen auch die Gränzwaggis die Finanzen auf. «Metzgerei zur Gmeindsverwaltig – Sparsäulischlachterei syt 1815» lautete ihr Sujet. Im Metzgerkostüm, hinter ihnen aufgehängte «Sparschweine», zogen sie durchs Dorf. Zum «Hanswurschtrot» (Einwohnerrat) reimten sie:

Und die 40 Hanswürscht sötte jetzt beschtimme

Wie me unseri Rote Zahle wider cha uf schwarz trimme

D Lösig wär eifach, jede Allschwiler muess mehr Stüre zahle

Zu dere Massnahm fählt ne jedoch dr Muet, es sin jo schliesslich gli Wahle.

Ein beliebtes Sujet waren auch das Tropeninstitut, das bald nach Allschwil zieht, und der Nordwestschweizer Innovationspark, der kürzlich dort eröffnet wurde. Die Dorfrunzlä sagten sich «Schwellheim wird gimpft» und zogen in Labormänteln zwischen dampfenden Reagenzgläsern ihre Runden. Auf dem Wagen der Wildviertel-Clique mit dem Sujet «Schwellheim im Uni-Fieber» waren neben Wissenschaftlern auch Frankensteins Monster vertreten.

Die Schwellemer Holzhacker spielten die Tramprobleme in Allschwil aus.
Als «wyssi Party-Affe» in Anlehnung an das White Dinner in Basel war das WVC Schpiil unterwegs.