Verlegung Rheinstrasse

Salina Raurica, fertig, los! Ab sofort wird die Rheinstrasse verlegt – der neue Prattler Stadtteil kann entstehen

Der Spatenstich zum Neubau der Rheinstrasse ist auch der Startschuss für Salina Raurica. Lange haben Kanton Baselland und Pratteln am 60 Hektar grossen Entwicklungsgebiet geplant, seit Mittwoch wird nun gebaut. Für die Strassenverlegung stellte jedoch Augst eine entscheidende Bedingung.

Wenn schon eine Strasse verlegen, dann gleich umbenennen. Das dachte man sich beim Kanton Baselland. Bis Ende 2022 versetzt er die Rheinstrasse in Pratteln vom Rhein zur Autobahn A 2. Bei der Eröffnung heisst das neue, 2,4 Kilometer lange Teilstück nicht mehr Hauptstrasse 3/7 – «ein schrecklicher Name», wie Prattelns Gemeindepräsident Stephan Burgunder beim gestrigen Spatenstich sagte. Die neue Bezeichnung der Durchfahrtsachse lautet «Rauricastrasse».

Das erste neue Strassenschild ist schon gepresst. Gestern Vormittag händigte es der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber Stephan Burgunder aus. Kurz zuvor hatten die beiden den traditionellen Spatenstich absolviert, zusammen mit anderen Behördenvertretern. Die Gruppe stand dabei östlich der neuen Coop-Verteilzentrale, ziemlich genau an dem Ort, an dem künftig ein vierarmiger Kreisel steht. Der Knoten Zurlinden wird der westliche Anknüpfungspunkt für die neue Rauricastrasse, im Osten ist es der neue Kreisel bei der Frenkendörferstrasse, die in die A 2 einmündet.

Alte Rheinstrasse könnte Velo-Expressroute werden

In Salina Raurica, der rund 60 Hektar grossen Ebene zwischen Pratteln und Augst, wollen der Kanton und Pratteln Unternehmen ansiedeln, aber auch neuen Wohnraum und zusätzliche Naherholungsgebiete schaffen. Weil die neuen Nutzungen Mehrverkehr generieren, mussten sich die Planer etwas überlegen. Die neue S-Bahn-Haltestelle Salina Raurica ist bereits in Betrieb, das nächste öV-Projekt betrifft das Tram 14: Die Endhaltestelle in Pratteln soll nach Augst verlegt werden. Das Tram wird künftig vom Bahnhof Pratteln via eine Bogenbrücke über die A 2 geführt. Das Konzessionsgesuch ist beim Bund eingereicht.

Auf die Verlegung der Rheinstrasse pochte Augst. Die Gemeinde befürchtete schon bei den ersten Ideen für Salina Raurica, die um 2000 herum auftauchten, ein Verkehrschaos. Der zusätzliche Verkehr hätte sich durch Augst gezwängt. Damit das auch mit der verlegten Strasse nicht geschieht, muss die alte Rheinstrasse so gestaltet sein, dass sie nicht mehr dem Durchgangsverkehr dienen kann. Kantonsingenieur Drangu Sehu sagte gestern, die alte Rheinstrasse werde ab Anfang 2023 rückgebaut. Das diene auch dazu, das Rheinufer aufzuwerten. Reber ergänzte: «Alles, was Lärm macht und Durchgangscharakter hat, bündeln wir an einem Ort.» Er versicherte, die alte Rheinstrasse werde tatsächlich nur noch der Erschliessung dienen. Eine Option ist laut Reber, das Trassee zu einer neuen Velo-Expressroute ausbauen.

Im östlichen Teil stehen der neuen Strasse noch die historischen Salzbohrtürme im Weg. Sie werden etwas versetzt.

Ein anderes Problem von Salina Raurica schlummerte im Boden. Im Oktober fanden Bauarbeiter ein Fass mit verunreinigtem Material. Das sei mittlerweile entsorgt, sagte Reber auf Nachfrage der bz.

Noch proben einige Prattler den Aufstand

In Pratteln wurde erst im Oktober die Initiative «Salina Raurica Ost bleibt grün» mit 900 Unterschriften eingereicht. Reber kommentierte das mit den Worten, es habe genügend Gelegenheiten gegeben, beim Projekt mitzureden und es mitzugestalten. Der demokratische Mitwirkungsprozess sei aus seiner Sicht abgeschlossen – die Initiative komme zu spät.

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