Kommentar

«Salina Raurica Ost bleibt grün»: Die Initiative kommt zu spät

Die Ebene, wo Salina Raurica geplant ist, wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Manche möchten, dass sie grün bleibt.

Die Ebene, wo Salina Raurica geplant ist, wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Manche möchten, dass sie grün bleibt.

Einen sofortigen Planungsstopp – nichts anderes fordert die Volksinitiative «Salina Raurica Ost bleibt grün». Noch vor einigen Jahren wäre es sinnvoll gewesen, den Prattlern die Grundsatzfrage zu stellen, ob die besterschlossene Wiese des Kantons überhaupt bebaut werden soll.

Jetzt aber hätte ein Ja zur Initiative gravierende Folgen: Die Grundeigentümer würden sich nach ihrer jahrelangen, teuren Planung verschaukelt vorkommen. Sie würden um ihr Recht, aus ihrem Boden Gewinn zu erzielen, kämpfen. Ein langer Rechtsstreit wäre die Folge. Allenfalls würde man mit viel Verspätung anfangen zu bauen, die Initiative wäre dann auf Richterbefehl unerfüllt. Oder die Wiese bleibt grün und die Gemeinde muss mit horrenden Entschädigungsforderungen rechnen. Der Prattler Gemeinderat und die Regierung wären desavouiert, nachdem sie so viel Hoffnung in das kantonale Entwicklungsgebiet gesteckt hätten. Und die Kantonsstrasse, die derzeit verlegt wird? Die würde wohl zur Bauruine.

All dies wollte der Einwohnerrat verhindern, indem er die Initiative jetzt für ungültig erklärt hat. Er führt dabei juristische Argumente an, wonach sie nicht umsetzbar sei. Das ist etwas feige. Ehrlicher wäre es, in einem Abstimmungskampf die Stimmbürger zu überzeugen, dass die Initiative schlicht zu spät kommt. Schliesslich darf Demokratie nicht heissen, einfach Nein zu sagen, ohne sich um die Konsequenzen zu kümmern. Man hätte dem Volk vertrauen dürfen, dass es das einsieht.

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