Allschwil

Sanierung der Baslerstrasse: Pegoraro in Erklärungsnot

Die Tramgleise entlang der Baslerstrasse sind so marode, dass beinahe ein Busersatz nötig geworden wäre. (Archiv)

Die Tramgleise entlang der Baslerstrasse sind so marode, dass beinahe ein Busersatz nötig geworden wäre. (Archiv)

Weil der Kanton die Sanierung der Baslerstrasse immer wieder hinauszögerte, muss die Gemeinde mit ihrem Strassenprojekt zuwarten.

«Wenn wir die Sanierungen der Baslerstrasse und des Hegenheimermattwegs unter einen Hut bringen, ist das eine Meisterleistung», sagte Regierungsrätin Sabine Pegoraro (FDP) am Montagabend im Rahmen des Infoanlasses «Verkehrskollaps in Allschwil». Über den Titel habe sie lachen müssen, sagt die Regierungsrätin. Den Verkehrskollaps habe man schon befürchtet, als sie vor rund 20 Jahren selber in Allschwil wohnte.

Den Allschwilern scheint nicht zum Lachen zumute zu sein ob der Befürchtung, die dringend notwendigen Sanierungen an den zwei wohl wichtigsten Strassen der Gemeinde könnten zum Zusammenbruch des Verkehrs führen. Jedenfalls kamen die Gäste am Montagabend so zahlreich, dass nicht einmal für alle ein Sitzplatz vorhanden war, und stellten reichlich Fragen. Pegoraro wiederholte immer wieder, dass der Kanton sich bemühe, die Verkehrssituation in Allschwil zu verbessern, oder dass die Baslerstrasse ein wichtiges Projekt sei, das Priorität geniesse. Trotzdem fielen zahlreiche kritische Voten, auch aus den eigenen Reihen: Der einstige FDP-Landrat Hanspeter Frey etwa ärgerte sich darüber, dass offenbar die Anregungen, die eine Allschwiler Delegation bei der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) eingebracht hatte, nicht berücksichtigt worden seien.

Pegoraro beschwichtigte: Die Pläne, die sie am Montagabend präsentierte, seien noch nicht definitiv. So konnte sie auch Fragen zu Umleitungen und Strassensperrungen noch nicht im Detail beantworten. Es werde unter anderem von Umleitungen über die Binningerstrasse, die Spitzwaldstrasse und den Hegenheimermattweg ausgegangen.

Gemeinde in Startposition

Damit Letzteres überhaupt möglich ist, muss die Gemeinde wohl mit der Sanierung der Strasse durch das Bachgrabengebiet, eines der wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungsgebiete des Kantons, zuwarten. Dort sollen in den nächsten Jahren 5000 neue Arbeitsplätze entstehen, weshalb bei der Sanierung auch die Leistungsfähigkeit der Strasse erhöht wird. Momentan geht die Gemeinde davon aus, dass sie anfangs 2018 startklar wäre. Durch die Verzögerungen beim Kanton genau dann, wann auch die Sanierung der Baslerstrasse beginnen soll.

«Wir werden das aufeinander abstimmen», versprach der Allschwiler Gemeinderat Robert Vogt den Gästen am Infoanlass. Das heisst: «Falls durch irgendwelche Umstände die Sanierung der Baslerstrasse nicht wie geplant beginnen kann, wollen wir in die Bresche springen und mit den Arbeiten am Hegenheimermattweg beginnen.» Deshalb werde das Projekt weiter vorangetrieben. «Also doch kein Kollaps», warf Pegoraro ein.

Das vermochte manche Gäste nicht zu besänftigen. «Was läuft schief?», erboste sich etwa eine Zuschauerin. «Es ist ihr Job, das zu planen.» Sie habe nicht gewusst, dass der politische Widerstand gegen die Sanierung so gross sein würde, erwiderte Pegoraro. 2014 noch begründete sie die Verschiebung mit den finanziellen Engpässen des Kantons. Am Montag kam dies nicht zur Sprache. Stattdessen sagte Pegoraro, die Stimmung sei positiv gewesen, als sie zum ersten Mal in Allschwil über die Sanierung informierte. «Aber dann kamen sehr viele Einsprachen.» Für den Abschnitt Morgartenring bis Maiengasse seien diese nun bereinigt. Die Nagelprobe sei die Beantragung des Baukredits im Landrat, für die sie keine Einschätzung abgeben wollte. «Die Sanierung der Baslerstrasse ist wohl eines der umstrittensten Projekte der BUD.»

Autor

Julia Gohl

Julia Gohl

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