1 Woher kommt eigentlich der Brauch des Santiglaus?

Der Ursprung des Brauchs liegt im dritten und vierten Jahrhundert. Zu dieser Zeit lebte der Heilige Nikolaus in der heutigen Südtürkei. Seine Eltern starben früh und hinterliessen ein grosses Vermögen. Nikolaus wurde dafür bekannt, dass er es mit seinen verarmten Landsleuten teilte. Kurz nach seinem Tod wurde er als Heiliger verehrt, ihm wurden zahlreiche Wundertaten zugeschrieben. Im 12. Jahrhundert verbreitete sich der Nikolauskult in ganz Europa, seitdem feiern wir sein Fest am 6. Dezember.

2 Schwarzwald oder Nordpol: Wo wohnt er?

Je nach dem, wo man sich befindet, wohnt der Santiglaus, Santa Claus oder Weihnachtsmann an einem anderen Ort. Wer sich mit amerikanischen Weihnachtsfilmen auskennt, der weiss: Sein Quartier befindet sich am Nordpol. In Dänemark herrscht die Meinung vor, der Weihnachtsmann lebe in Grönland. Die Finnen vermuten ihn in Lappland. Für uns in der Nordwestschweiz ist der Santiglaus ganz nah. Aus der Sicht der meisten Schweizer lebt er nämlich im Schwarzwald.

3 Wie wird man überhaupt zum Santiglaus?

Ein roter Mantel und ein Bart machen noch keinen Santiglaus. Viele Vereine setzen eine Lehrzeit als Schmutzli voraus, andere führen Chlausen-Kurse durch. In Zürich gehören unter anderem Vorträge von Kinderpsychologen und Übungen im Geschichtenerzählen dazu. In der Region Bern können Chläuse auf einem Bauernhof mit geduldigen Eseln für den 6. Dezember üben. Auch in Frenkendorf hat man es vor einigen Jahren mit einem Chlausenkurs versucht. Dieser stiess jedoch nur auf wenig Interesse. «Es ist schwierig, engagierte Leute zu finden», erklärt der Präsident des zuständigen Verschönerungsvereins auf Anfrage.

4 Gibt es auch Santiglaus-Frauen?

In vielen Vereinen engagieren sich auch Frauen als Santiglaus, in der Region Basel gibt es zum Beispiel die «Basler Chlausinne». Ein Mutter-Tochter-Gespann, das in guten Jahren bis zu 20 Einsätze rund um den 6. Dezember hat. Ab und zu frage ein Kind, weshalb der Santiglaus eine Frauenstimme habe. «Wir erklären den Kindern dann, dass wir vom Santiglaus ausgebildet worden sind, der als alter Mann nicht mehr zu allen Kindern kommen kann», erzählt die Tochter der bz.

5 Wer ist Schmutzli, der treue Begleiter in Schwarz?

Ein Teufel direkt aus der Hölle soll er gewesen sein, dazu verdammt, dem Nikolaus zu dienen. Das ist die Ursprungsgeschichte des Schmutzli. Früher war es seine Aufgabe, den Sack zu tragen und die ungehorsamen Kinder hineinzupacken. Mit dieser Schreckensgestalt wurden die Kinder früher zur Frömmigkeit erzogen. Heute sind Schmutzli und Santiglaus ein Team, von beiden gibt es Geschenke und gute Ratschläge für die Kinder.

6 Wie feiern die Gemeinden in der Region den Santiglaus?

Einige Gemeinden im Kanton Baselland pflegen die Tradition des Santichlaus-Einläutens. Der Santichlaus zieht dabei ins Dorf ein, gefolgt von Kindern mit Glocken und Laternen. Am Schluss gibts für alle einen Grättimaa. In Liestal wird das «Ylütte» seit 1928 vom Jugendfestverein organisiert, in Frenkendorf ist der Verkehrs- und Verschönerungsverein zuständig. Weniger traditionell, aber genauso beliebt sind die Harley-Chläuse, die jedes Jahr in Basel einfahren und Motorrad-Freunde in Weihnachtsstimmung bringen.

7 Was ist eigentlich eine «Yffele» und wo kommt sie her?

Beim Liestaler «Ylütte» ziehen die aufwendig gestalteten Laternen in Form von Bischofshüten alle Blicke auf sich. Diese sogenannten «Yffele» bestehen aus leichtem Holz oder Karton, sind mit Drachenpapier bespannt und mit feinen Motiven verziert. Die Kinder tragen die leuchtenden Kunstwerke über ihren Köpfen. Der Brauch der «Yffele» stammt ursprünglich aus der Innerschweiz.

8 Unheimlicher Chlaus: Was kann man machen, wenn die Kinder sich fürchten?

So ein fremder Mann mit tiefer Stimme und Bart kann ganz schön unheimlich sein. Mit einfachen Tricks kann man Kindern die Angst nehmen. Das Magazin «wir eltern» empfiehlt, mit anderen Familien gemeinsam zu feiern. Ebenfalls kann es helfen, wenn sich auch die Eltern mal vom Santiglaus tadeln lassen. Das Magazin rät ausserdem, den Kindern die Geschichte vom Heiligen Nikolaus im Voraus zu erzählen.