Es war kurz nach drei Uhr morgens, als ein in Basel wohnhafter bz-Leser vergangene Woche von Baulärm geweckt wurde. Verärgert schrieb er am nächsten Tag eine Mail an den Kanton Basel-Stadt und forderte eine Erklärung. Die Antwort: Der Lärm sei von der Baustelle beim Schänzli-Tunnel in Muttenz gekommen. Die Baustelle werde vom Bundesamt für Strassen (Astra) geleitet, der Kanton habe keine Nachtbaubewilligung erteilt. In jener Nacht haben sich diverse Anwohner über den Lärm beklagt, wie das Astra bestätigt. Dass ohne Bewilligung gebaut werde, sei jedoch nicht korrekt.

Für die Nachtbauarbeiten sei eine Bewilligung erteilt worden, wie Esther Widmer, Mediensprecherin des Astra, bestätigt – dies jedoch nicht vom Kanton Basel-Stadt, sondern vom dafür zuständigen Seco. Seit zwei Jahren wird am Schänzli-Tunnel nachts und an Wochenenden gebaut. «In der besagten Nacht ist es offenbar besonders laut gewesen», so Widmer. Man habe jedoch sofort Massnahmen getroffen.

In der Nacht danach wurde nur bis Mitternacht gearbeitet. «Wir werden auch künftig darauf achten, dass die lärmintensiven Nachtarbeiten auf ein Minimum reduziert werden», sagt Widmer. Es sei für alle eine unangenehme Situation. Sowohl für die Bauarbeiter als auch für die Anwohner sei es nicht einfach, dass die Arbeiten nachts durchgeführt werden.

«Unser Auftrag ist es unter anderem, die Infrastrukturen der Autobahnen instand zu halten und wenn immer möglich, die Verkehrssicherheit zu erhöhen», erklärt Widmer. Hinsichtlich des hohen Verkehrsaufkommens dürften Arbeiten, die einen Spurabbau oder eine Sperrung nach sich ziehen, nicht mehr tagsüber ausgeführt werden. Die Nachtbauarbeiten lassen sich deshalb nicht verhindern. «Wir setzen jedoch alles daran, die Arbeiten so verträglich wie möglich für die Anwohnenden durchzuführen», so Widmer.