Allschwil

Schluss mit Gratis-Training in der Turnhalle

In der Gemeinde Allschwil kann die Turnhalle bald nicht mehr gratis benutzt werden.

In der Gemeinde Allschwil kann die Turnhalle bald nicht mehr gratis benutzt werden.

Bisher durften die Vereine Räume der Gemeinde kostenlos benutzen – doch dann witterte der Gemeinderat eine neue Einnahmequelle.

Gratis in einer Turnhalle trainieren – dieses Privileg geniessen die Allschwiler Vereine. Damit ist aber bald Schluss. Der Gemeinderat hat eine neue Benutzungsordnung ausgearbeitet, in der ein Entgelt für die Miete von Räumlichkeiten der Gemeinde vorgesehen ist.

Unter den Vereinen löste die neue Preispolitik Unruhe aus (bz berichtete). Denn die Betroffenen wurden im vergangenen Herbst vor vollendete Tatsachen gestellt – und kommen nun wohl kaum darum herum, die Mitgliederbeiträge zu erhöhen, um die Mehrausgaben zu decken. Dabei habe man doch über die Steuern bereits einen Beitrag für die Infrastruktur geleistet, lautete einer der Kritikpunkte.

Nun hat sich die FDP-Fraktion im Allschwiler Einwohnerrat dem Thema angenommen. In einer dringlichen Interpellation wollte sie vom Gemeinderat unter anderem wissen, weshalb man sich dafür entschieden habe, überhaupt Gebühren einzuführen Er habe doch selber im Leitbild Allschwils hervorgehoben, wie wichtig die Vereine seien für die Identität der Gemeinde.

Einführung verschoben

«Was nichts kostet, ist nichts wert», sagte Gemeinderat Christoph Morat (SP) an der Sitzung des Ortsparlaments vom Mittwochabend. «Wir haben nun eine gesetzliche Grundlage geschaffen, mit der es uns möglich ist, einen kleinen Unkostenbeitrag einzuziehen.» Die bisherigen Gebühren seien nicht marktüblich, nicht ortsüblich und auch nicht kostendeckend gewesen. Auch die neuen Ansätze decken laut Morat die Vollkosten bei weitem nicht.

Unmut entstand unter den Vereinsvertretern auch deshalb, weil sie erst Anfang März an einer Informationsveranstaltung Gelegenheit erhielten, Kritik anzubringen. Die revidierte «Verordnung über die Benutzung der öffentlichen Gebäude und Anlagen» datiert vom 19. Oktober. Die Mieter waren kurz zuvor darüber in Kenntnis gesetzt worden.

Ursprünglich hatte der Gemeinderat vorgesehen, die Gebühren per Juli diesen Jahres einzuführen. Nach der Info-Veranstaltung verschob er den Termin auf den 1. Januar 2018 – «damit die Vereine vernünftig planen können», wie Morat ausführte.

Er rechnete an der Sitzung des Orts-Parlaments auch ein Preisbeispiel durch. Für einen Allschwiler Verein mit zwanzig Mitgliedern, der eine Turnhalle einmal wöchentlich während zweier Stunden benutzen will, koste eine Trainingseinheit neu 1,37 Franken pro Kopf. Morat: «Das ist immer noch ein sehr attraktiver Preis.»

Die Gebührenordnung umfasst die gesamte Infrastruktur der Gemeinde, die gemietet werden kann, also auch Rasenplätze, Schulzimmer, Aulen oder das Beachvolleyballfeld. Es werden drei Preisklassen eingeführt: je eine für einheimische und auswärtige Vereine sowie eine für kommerzielle Anbieter. Diese bezahlen fünfmal mehr als Ortsvereine, schon zuvor hatten sie für Raummieten ein Entgelt zu entrichten. Weiterhin gratis bleibt die Raumiete für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

60 neue Alterswohnungen

Am Mittwoch genehmigte der Einwohnerrat in 1. Lesung auch den Quartierplan «Winzerweg». Er sieht im Süden des Siedlungsgebiets eine neue Altersresidenz mit rund 60 Wohnungen vor. Die Grundeigentümerin, eine Stiftung, plant den Bau von fünf Gebäuden samt Wellnessanlage. Als öffentlich zugängliches Restaurant genutzt werden soll eine bereits bestehende Villa.

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