Rap

Schnellsprecher aus allen Regionen werden zu den Swiss Avengers

Das Swiss-Avengers-Mitglied Fetch erzählt die Geschichte der neuen Rap-Kombo und wieso er als Basler die Deutschschweiz vertreten darf. Allstars aus der ganzen Schweiz haben sich nämlich zusammengetan und rappen in vier Sprachen.

«Dass die Schweiz vier Landessprachen hat, ist Fluch und Segen zugleich. Sowohl für das Land als auch für uns», sagt Fetch. Mit uns meint der Basler Rapper und Frontmann der Band Brandhärd die Swiss Avengers, ein Zusammenschluss aus Rap-Allstars aus der ganzen Schweiz.

(Quelle: youtube.com/THE SWISS AVENGERS)

The Swiss Avengers – Punchline

Die Zusammensetzung ist aber nicht willkürlich, sondern sehr originell: aus jeder Sprachregion der Schweiz ist mindestens ein Musiker vertreten. Bandgründer und Bündner Gimma ist einer von zwei Vertretern für die Deutschschweiz, der Genfer Negatif gehört in der Westschweiz zu den Pionieren in Sachen Rap, PDDP aus Sedrun ist Repräsentant für die rätoromanische Schweiz, Sisma aus Bellinzona steuert den italienischen Part bei, der aus Delémont stammende DJ Idem ist das fünfte Mitglied und Fetch komplettiert die Deutschschweizer-Fraktion.

«Sofort klar, dass ich mitmache»

Fetch kam aber erst 2013, zirka ein Jahr nach der Gründung der Band, hinzu. «Gimma kann aufgrund von Gehörproblemen live nicht auftreten, deshalb übernehme ich bei den Auftritten jeweils seine Parts», erklärt Fetch. Ganz verschwunden ist Gimma aber nicht. «Er gehört nach wie vor zur Band.»

Doch wieso sind die fünf Ur-Mitglieder ausgerechnet auf den Basler gekommen? «Das müsst ihr schon die anderen fragen», lacht er und sagt: «Ich habe Gimma schon vorher gekannt. Als man mich kontaktierte, war für mich sofort klar, dass ich mitmache.»

(Quelle: youtube.com/THE SWISS AVENGERS)

The Swiss Avengers – On est pour

Die kantonsübergreifende Band ist eine Neuheit. «Rap ist oft sehr lokalpatriotisch sehr provinziell. Dieser Zusammenschluss ist jetzt genau das Gegenteil.»

Die unterschiedlichen Herkünfte der Band-Mitglieder resultieren automatisch in verschiedenen Bezügen zur Schweiz: «Negatif, der ursprünglich aus Kamerun stammt, hat andere Erfahrungen als wir.»

Gemeinsam hätten aber alle Avenger, dass die Schweiz ihnen am Herzen liegt. Nicht nur was die Erlebnisse angeht, sondern auch auf und neben der Bühne sind die Rapper jeweils verschieden. «Neben der Bühne sind die meisten eher ruhig. Bevor wir auftreten, streifen wir uns quasi ein Kostüm über und geben uns als Superhelden.» Auch deshalb passe der Name Swiss Avengers, der an den Superhelden-Epos der Marvel-Comicserie «The Avengers» angelehnt ist.

Heute erscheint das Debüt-Album der Avengers, bereits am Donnerstag erschien die vierte Video-Auskoppelung daraus unter dem Namen «Patois». «Die Schweiz versteht einander nicht. Wir sprechen alle Patois», rappen die sechs in diesem Song. Doch in Wirklichkeit sprechen sie nicht das wahre Patois, den heute fast ausgestorbenen Mundartdialekt des schweizerischen Französisch, zusammen. «Patois steht hier im übertragenen Sinn dafür, dass die Schweiz so viele Sprachen und Dialekte hat, dass jeder Schweizer irgendein Kauderwelsch spricht und sich keiner mehr versteht.»

(Quelle: youtube.com/THE SWISS AVENGERS)

The Swiss Avengers Presentation

Ein Dialekt, der darin Platz findet, ist das Dalbe-Dytsch, das Daig-Baseldytsch also. «Es ist toll, mal in diesem Dialekt zu rappen.» Es ist wohl auch das erste Mal, dass das Dalbe-Dytsch dafür genutzt wird. Üben musste Barsdevil, wie Fetch sich bei den Avengers nennt, aber nicht: «Ich mache Fasnacht und schreibe jedes Jahr die Zeedel, deshalb bin ich mir dieses Baseldytsch gewöhnt.»

Neben Fetch hat auch die Baselbieter Soulsängerin Ira May zwei Gastauftritte auf dem Album. «Die anderen fanden sie super, dann habe ich den Kontakt hergestellt, und schon sass sie im Studio.»

Und in welcher Sprache unterhalten sich die Vertreter der Landessprachen denn jetzt? «Meist mit Händen und Füssen», sagt Fetch und lacht.

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