Muttenz

Schon wieder brannte die Öko-Toilette: War es Brandstiftung?

So sah das «Kompotoi» nach dem Anschlag im August aus.

So sah das «Kompotoi» nach dem Anschlag im August aus.

Zum zweiten Mal zündeten Unbekannte in Muttenz ein WC an, was bei diesem Modell besonders zerstörerisch ist: Es spült mit Sägespänen.

Es ist ein trauriges Bild, das sich am Sonntagmorgen Besuchenden des Holder­stüdeliparks bot. Das mobile Holz-WC ist verkohlt und nicht mehr verwendbar. Am Samstagabend kurz nach 22 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Es ist dies nach der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August das zweite Mal in diesem Jahr, dass die Toilette brannte.

Geht die Baselbieter Polizei gemäss Erkenntnissen davon aus, dass der Brand vom Sommer auf Feuerwerk zurückzuführen ist, steht beim aktuellen Vorfall noch nicht fest, weshalb das WC brannte. «Wir gehen aber von Brandstiftung aus», erklärt Polizeisprecher Adrian Gaugler. Über die Täterschaft ist sich die Polizei in beiden Fällen im Unklaren. Bekannt sei lediglich, dass im Vorfeld beider Brände eine Gruppe Jugendlicher aufgefallen war. «Ob es sich dabei um die gleichen Personen handelt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen», betont Gaugler.

Den aktuellen Schaden kann die Gemeinde noch nicht beziffern. Das WC-Häuschen wird in ihrem Auftrag von Privaten betrieben. Die Kompotoi AG bewirbt das gleichnamige WC damit, es mache aus dem «Human Output» einen Bodenverbesserer. Das Modell besteht grösstenteils aus Holz, die Spülung funktioniert mit Holzspänen. So brauche es wenig, dass es lichterloh brenne, erklärt der Muttenzer Feuerwehrkommandant Dominik Straumann.

Vor ein paar Jahren hätten in Muttenz regelmässig mobile WC-Kabinen auf Baustellen gebrannt, verrät Straumann, der auch die Baselbieter SVP präsidiert. Und noch immer würden Abfallkübel Nachtbuben zum Opfer fallen. Straumann ärgert sich über die Vandalen – gerade auch, weil das WC einem grossen Bedürfnis entspräche.

Anwohnende klagen über Littering und Lärm

Schon der Brandanschlag im Sommer löste heftige Reaktionen aus. Der Gemeinderat tappt im Dunkeln, weshalb ausgerechnet das doch gut gemeinte WC-Häuschen mit dem Prinzip Nachhaltigkeit Ziel von Vandalen ist. Nicht auszuschliessen sei deshalb, findet die für Sicherheit zuständige Gemeinderätin Doris Rutishauser (FDP), dass es jemand ist, der Aufmerksamkeit sucht. Aber das sei eine persönliche Vermutung.

Die Brandanschläge sind neben den Taten an sich besonders heikel, weil es um den Holderstüdelipark in den vergangenen Jahren heftige Debatten gab. Anwohnerinnen und Anwohner störten sich am Lärm und Littering. Die im Rahmen der Neugestaltung des Parks einberufene Begleitgruppe tauscht sich regelmässig aus.

Team des Jugendhauses soll jetzt zum Rechten schauen

Bis 2017 hatte sich die Situation verbessert, nachdem sich eine Mitarbeiterin des Jugendhauses des Problems angenommen hatte. Doch dann zog die Mitarbeiterin weg, seither nehmen die Meldungen über Lärm und Vandalismus wieder zu. Jetzt soll ein neues Mitarbeiter-Duo des Jugendhauses präventiv für Ruhe und Ordnung sorgen.

Nach den Vorkommnissen in diesem Sommer wurde akut das Alarmierungsregime in Zusammenarbeit mit der Polizei angepasst. Dies führte gemäss Gemeinderätin Doris Rutishauser schon zu einer Verbesserung. Der wiederholte Brandanschlag ist aber für all die Bemühungen erneut ein herber Rückschlag.

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