Seit einigen Tagen ist auf der Website des Oberstufenzentrums Dorneckberg (OSZD) ein Stelleninserat ausgeschrieben. Gesucht ist ein Schulleiter oder eine Schulleiterin. Eine gewöhnliche Stellenausschreibung, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so: Es ist bereits das dritte Mal in den vergangenen fünf Jahren, dass am OSZD in Büren die Schulleiter-Stelle neu besetzt werden muss.

Schulleiterin ist zurzeit Regula Meschberger. Die ehemalige SP-Landrätin hat die Leitung im Sommer 2017 gemeinsam mit Franziska Buchwalder übernommen. Letztere kündigte aber nur wenige Monate später, im März 2018. Meschberger, die bloss mit einem befristeten Vertrag zur Überbrückung der Personalprobleme angetreten war, führte die Schule weiter, obwohl sie bereits damals im Pensionsalter war.

Der Personalausschuss des Zweckverband-Vorstands hatte nun ein Jahr Zeit, um einen neuen Schulleiter zu finden. Wie die bz weiss, wurde ein passender Kandidat gefunden. Kurz bevor dieser die Stelle diesen Sommer antreten sollte, ist der Auserwählte jedoch abgesprungen. Fazit: Das OSZD hat die Stelle erneut ausgeschrieben und steht nun – kurz vor den Sommerferien – ohne Schulleiter da. Was ist passiert?

Immer wieder Streit

«Der Vorstand und der gewählte Schulleiter haben im gegenseitigen Einverständnis den Arbeitsvertrag aufgelöst», erklärt Regula Meschberger. «Sie haben gegenseitig Stillschweigen vereinbart.» Weshalb der Vertrag aufgelöst wurde, bleibt deshalb unklar. Was aber bekannt ist: Über Jahre kam es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Vorstand des Zweckverbands der Schule und den Schulleitern. Eine Auseinandersetzung zwischen dem damaligen Vorstandspräsidenten und der dreiköpfigen Schulleitung hatte 2013 zur Demission beider Streitparteien geführt.

Christoph Knoll und Therese Dürrenberger übernahmen die Schulleitung nach einjähriger Interimslösung. «Hoffnungsvoller Neuanfang nach der Schlammschlacht», titelte die bz im Juli 2014. Doch schon drei Jahre später kündigte Knoll – Dürrenberger tat es ihm danach gleich.

Ausschlaggebend sollen auch in diesem Fall Probleme innerhalb des Vorstands, zwischen Schulleitung und dem Vorstand sowie zwischen Schulleitung und dem Präsidenten des Zweckverbands, Andreas Vögtli, gewesen sein. Eine durch die Schulaufsicht durchgeführte Mediation konnte die Unstimmigkeiten nicht lösen. Meschberger und Franziska Buchwalder übernahmen die Leitung anschliessend gemeinsam. Buchwalders Rücktritt soll indes nicht an Differenzen zwischen Schulleitung und Vorstand gelegen haben.

Dass es im OSZD immer wieder zu Rücktritten kommt, habe nichts mit der Schule zu tun, sagt Meschberger. «Es ist wirklich Zufall.» Ein System könne nicht gefunden werden. Hinter jeder Veränderung würden andere Gründe stecken, sagt Meschberger. Präsident Vögtli teilt diese Meinung.

«Auf einem guten Weg»

Meschberger kann sich über die Schule nur positiv äussern: «Ich bin seit zwei Jahren hier und arbeite sehr gern mit dem Kollegium, dem Vorstand, den Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern zusammen», sagt sie. Und fügt an: «Wenn ich jünger wäre, würde ich sicher noch ein paar Jahre bleiben.»

Das ist aber nicht der Fall: Die Alt-Landrätin wird in einem knappen Monat 67 und hat das Pensionsalter somit schon erreicht. Trotzdem: «Ich bleibe, bis die Nachfolge geregelt ist», sagt Meschberger. Sie ist sich sicher, dass es nicht mehr lange dauert, bis jemand gefunden ist. «Wir sind auf einem guten Weg mit vielversprechenden Bewerbungen», zeigt sich die Schulleiterin optimistisch.