Gartenbad Reinach

Schreck in der Badi: Gemeinderat lässt Baumängel prüfen

(Archiv)

Nach der Entleerung der Schwimmbecken zum Saisonende seien zahlreiche Oberflächenschäden bemerkt worden.

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Kaum eröffnet, weisen die neuen Schwimmbecken bereits teilweise grossflächige Schäden auf.

Nur gerade drei Monate nach der feierlichen Wiedereröffnung hängen dunkle Wolken über dem Reinacher Gartenbad. Diese sind keineswegs nur meteorologischer Natur. Der Gemeinderat überraschte am Donnerstag die Öffentlichkeit mit der Mitteilung, dass nach der Entleerung der Schwimmbecken zum Saisonende zahlreiche Oberflächenschäden bemerkt worden seien.

Diese betreffen sowohl die neu erstellten wie die sanierten Becken. So soll die Beschichtung an Wänden und Böden der Schwimmbecken diverse Abplatzungen und Risse aufweisen. Im 50-Meter-Olympiabecken sind diese sogar «grossflächig», wie der Gemeinderat in seiner Mitteilung weiter schreibt. «Die Untersuchungen sind derzeit im Gange», heisst es weiter, im Moment könnten «weder zu den Verantwortlichkeiten noch zur Dauer der Mängelbehebungsarbeiten genauere Angaben gemacht werden.»

Um das ganze Ausmass der Schäden und deren Ursachen festzustellen, haben die Gemeindebehörden einen unabhängigen Experten mit einem Untersuchungsbericht beauftragt. Sobald dieser vorliegt, werde die Gemeinde über das weitere Vorgehen informieren. Am Donnerstag wollte niemand der Beteiligten weiterführende Auskünfte geben.

Juristisches Tauziehen möglich

Gemessen an der Wortwahl der Mitteilung schliesst der Gemeinderat zumindest nicht aus, dass die Bauschäden im Gartenbad ein ähnlich langwieriges juristisches Tauziehen nach sich ziehen könnten wie im Fall des schadhaften Eishallen-Dachs in Sissach. Zwar hätten Vertreter der involvierten Unternehmen anlässlich einer gemeinsamen Begehung vor Ort ihre aktive Zusammenarbeit zugesichert. Auch liefen zurzeit die Vorbereitungen für ein Einigungsverfahren. «Sofern sich die Gemeinde mit den beteiligten Unternehmen aussergerichtlich auf eine rasche, nachhaltige Mängelbehebung einigen kann, ist die Eröffnung des Gartenbads im Mai/Juni 2019 realistisch», schreibt der Gemeinderat.

Doch das wäre der in aller Regel aussergewöhnliche Idealfall. Viel öfter führt die Schuldfrage von Baumängeln vors Gericht. In diesem Fall wäre «der Zeitpunkt der Wiedereröffnung ungewiss», warnen die Behörden die Öffentlichkeit vor.

Kein guter Stern

Offensichtlich steht das 1955 eröffnete Reinacher Freibad unter keinem allzu guten Stern. Die vor gut einem Jahrzehnt in Angriff genommene Sanierung hat in der Vergangenheit mehrfach zu Konflikten geführt. In den lokalen Medien war die «Badi» ein meist negativ konnotierter Dauerbrenner.

Nicht nur wurde um den Erhalt des Sprungturms eine erbitterte politische Kontroverse ausgefochten. Nicht nur wurden die ursprünglich vorgesehenen Kosten um rund 2 Millionen Franken überschritten – auf aktuell rund 11,4 Millionen. Nicht nur kam es während des Umbaus zu langwierigen Verzögerungen, die zur Auswechslung der ersten Bauleitung führten.

Auch nach der inoffiziellen Wiedereröffnung im vergangenen Juni störten sich viele Besucherinnen und Besucher an den scharfkantigen Gehwegen, die nur unter Schmerzen barfuss begangen werden konnten. Diese sollen auf die kommende Saison hin durch bessere ersetzt werden.

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