Seltisberg

Schweinerei bei der Waldhütte Schweini: «Der Dreck muss weggeräumt werden»

Am Sonntagmorgen sah es bei der Waldhütte Schweini in Seltisberg aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen: Im Umkreis von mehreren hundert Metern verteilte sich der Abfall. Die bz hat bei den Verantwortlichen nachgefragt, was da schief lief.

Für den Seltisberger Bürger Peter Brunner war der Schock am Sonntagmorgen riesig: als er um 9 Uhr an der Waldhütte Schweini vorbeispazierte, lag im Umkreis von mehreren hundert Metern Abfall herum. «Mir ist klar, dass dort, wo gefeiert wird, Dreck entsteht. Jedoch muss dieser auch wieder weggeräumt werden», meint der 79-Jährige. 

Seit 2007 steht die Blockhütte als Projekt der Bürgergemeinde im Seltisberger Naherholungsgebiet. Brunner sieht dabei aber ein wesentliches Problem: «Die Bürgergemeinde legt den Fokus auf die mit der Hütte verbundenen Einnahmen. Die Natur spielt dabei eine untergeordnete Rolle.»

Der naturverbundene Brunner ist überzeugt, diese Form der Respektlosigkeit müsse jetzt bekämpft werden, sonst würde der Wald in absehbarer Zeit zerstört. So fordert er: «Der Bürgerrat muss Verantwortung dafür übernehmen.»

Auf Anfrage der bz gibt der Bürgerratspräsident Christoph Weibel Entwarnung: «Junge Leute haben die Waldhütte am Samstagabend gemietet. Der entsprechende Abgabetermin der Hütte war erst am Sonntagabend gegen 19 Uhr.» Problematisch war aber, dass der Abfall rund um die Hütte über Nacht liegen blieb. Dies störte die Waldbesucher am nächsten Morgen. 

«Die jungen Leute hätten die Bierflaschen und den restlichen Abfall ins Haus stellen müssen. Das haben sie nicht gut gemacht», berichtet Weibel. Als er die «Abfall-Sünder» über die Missstände informierte, haben sie alles getan, um das Waldhaus und die Umgebung so schnell wie möglich wieder in Ordnung zu bringen. Weibel: «Um 19 Uhr wurde das Blockhaus und die Umgebung in einwandfreiem Zustand abgegeben.»

Weshalb die Aufräumarbeiten nicht am selben Abend stattgefunden haben, kann Weibel nicht mit Sicherheit sagen: «Vermutlich waren sie einfach zu müde dazu.» 

Laut Weibel sei der Vorfall vom Sonntag der erste dieser Art: «Meiner Meinung nach kann man nicht von Littering sprechen. Dies ist masslos übertrieben.» Vielmehr wirke sich das Blockhaus Schweini positiv auf den Wald und die Umgebung aus. Viele Leute kümmerten sich zuvor einfach nicht um ihren Abfall. Seit es das Blockhaus gibt, werde deutlich weniger Abfall liegen gelassen.

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Autor

Zoé Boll

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