Stadtentwicklung

Schwieri-Übergang: Liestal bringt neue Varianten für Bahnquerung ins Spiel

Der Schwieri-Übergang muss für den Vierspurausbau der SBB in Liestal angepasst werden.

Der Schwieri-Übergang muss für den Vierspurausbau der SBB in Liestal angepasst werden.

Der Schwieri-Übergang muss ersetzt werden, da der Bahnhof Liestal ausgebaut wird. Die Passerelle wurde abgelehnt. Doch wie sehen die neuen Vorschläge aus? Denn sie müssen neben anderem auch behindertengerecht sein.

Sie ist ein Unikum. Nur noch in Liestal ist es auf der Hauensteinlinie Basel–Olten möglich, die Geleise ebenerdig zu queren. Und bald hat auch dieser Übergang ausgedient: Die SBB sind daran, den Abschnitt Liestal von zwei auf vier Spuren auszubauen. Dort, wo der Schwieri-Übergang ist, wird bald eine Lärmschutzmauer hochgezogen. Das Schwieri-Quartier droht, vom Stedtli abgenabelt zu werden, denn die Stadt und die SBB taten sich bislang schwer mit einem Ersatz. Die vorgesehene Variante – eine Passerelle – wäre nicht behindertengerecht gewesen. Das Bundesamt für Verkehr wies das Projekt zur Überarbeitung zurück.

Doch jetzt gibt es neue Querungsvorschläge, die allen Beteiligten und Nutzergruppen genehm sein könnten. Die Stadt Liestal hat am Montagabend den Anwohnern acht Varianten präsentiert. Drei würden die bestehende Passerelle Gartenstrasse ersetzen, sie steht nur wenige Meter vom Schwieri-Übergang entfernt. Die fünf anderen Vorschläge kämen direkt beim Schwieri-Übergang zu stehen. Von diesen wiederum wären drei oberirdisch und zwei als Unterführungen geplant.

Favoritin steht bereits fest

Die Stadt und die SBB haben auch schon eine Favoritin: Für beide wäre es wünschenswert, wenn anstelle der Überführung Gartenstrasse eine neue Passerelle samt Rampe auf der Stadtseite gebaut würde. In einer gestern verschickten Medienmitteilung der Stadt Liestal heisst es: «Diese Passerelle schafft mit ihrer Steigung von sechs Prozent einen neuen, sicheren und behindertengerechten Zugang zur Stadt für die gesamte Quartierbevölkerung um die Gartenstrasse.»

Die SBB würden die ausgearbeiteten Planungsunterlagen bis Mitte 2020 beim Bundesamt für Verkehr einreichen. Es entscheidet dann, welche Variante umgesetzt wird: Die bisher vorgesehene bemängelte oder die neugekürte. Mit einer Genehmigung wird bis Mitte 2021 gerechnet. Frühester Baubeginn wäre im April 2022, die Inbetriebnahme Ende 2023.

Anwohner wehrten sich gegen neue Passerelle

Liestal und die SBB sahen ursprünglich vor, die bestehende Passerelle bei der Gartenstrasse zu ersetzen. Neu wäre der Übergang um einen Meter verbreitert worden, auf neu 3,20 Meter. Das Problem sind jedoch die Zugänge: Sowohl vom Schwieri-Quartier als auch vom Stedtli her wären die Rampen zwar stufenfrei, aber auch steil ausgefallen – zu steil in den Augen von Betroffenen: Sie monierten, Behinderte, Ältere und Personen mit Kinderwagen könnten die neue Passerelle kaum benutzen. Anwohner legten 2017 eine Sammeleinsprache ein, der das Bundesamt für Verkehr stattgab.

Die neue Verbindung ist mehr als ein Ersatz des Schwieri-Bahnübergangs. Er ist kaum passierbar. Weil die Züge derart dicht fahren, sind die Barrieren im Schnitt noch zehn Minuten pro Stunde geöffnet.

Meistgesehen

Artboard 1