Wo Rauch ist, ist auch Feuer, heisst es im Volksmund. Im letzten Sommer hat das Bundesgericht das Feuer in den Basler Beizen definitiv gelöscht: Es hat das Fümoar-Beizen-Modell endgültig für illegal erklärt. Seither gilt striktes Rauchverbot in öffentlichen Räumen – nur unbediente Fumoirs sind erlaubt.

Kurz nach dem Bundesgerichtsentscheid haben die Fümoar-Beizer an einer ausserordentlichen GV beschlossen, weiterzukämpfen. Ohne Gegenstimme wurde entschieden, eine neue Initiative zu starten. Gelten soll auch in Basel das liberalere Bundesgesetz, welches bediente Raucher-Restaurants zulässt, solange diese nicht grösser als 80 Quadratmeter sind.

«Initiative hat keine Chance»

Seither ist allerdings nichts mehr passiert. Die Fümoar-Verantwortlichen tauchten ab. Und bei den Fümoar-Wirten kommen Zweifel auf, ob eine Initiative noch etwas bewirken kann. «Ich glaube nicht, dass das eine Chance hat», sagt etwa Tom Brunner von der Lady-Bar. «Die Leute haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass man nicht mehr rauchen kann.» Finanziell habe er keine Einbussen erlitten durch das Rauchverbot. Das Problem sei ein anderes: «Wenn die Leute draussen rauchen, klagen die Nachbarn über den Lärm.» Deshalb überlegt sich Brunner nun Alternativen. Er hat ein Baugesuch für den Keller seiner Liegenschaft eingereicht. «Daraus machen wir möglicherweise ein unbedientes Fumoir», sagt er.

Ähnlich wie Brunner sieht es auch Fame-Betreiber Oliver Keller. «Die Leute wissen, dass sie nicht mehr rauchen dürfen.» Die Initiative würde ihm sowieso nichts bringen, da sein Lokal viel grösser als 80 Quadratmeter sei. «Ich hatte grossen Respekt vor dem Tag, als wir nicht mehr rauchen lassen durften», sagt Keller. Nun seinen die Einbussen aber «minim». Da er einen grossen Innenhof habe, wo die Leute rauchen können, plane er keine weiteren Massnahmen.

Taktisches Warten

In einer anderen Situation ist Wendelin Marrer vom Schiefen Eck am Claraplatz. «Wir haben auch schon über ein Fumoir nachgedacht, aber wir haben dafür keinen Platz», sagt er. Er setzt Hoffnungen in die Initiative: «Das würde uns etwas bringen.» Doch ob die Unterschriftensammlung irgendwann doch noch lanciert wird, kann er auch nicht sagen. «Es hiess, das könne bis zu einem Jahr dauern», sagt er mit resignierter Stimme.

«Fumoir ist nicht tot!», hält Präsident Mario Nanni fest «Wir sind am schaffen.» Über die Initiative werde man dann schon informieren. «Es soll eine Überraschung werden», sagt er. Laut Nanni hätten einige Wirte bis zu 40 Prozent Umsatzeinbussen. «Es hat schon Entlassungen gegeben», sagt der Fümoar-Präsident. Deshalb wolle man an den Plänen festhalten.

«Taktisch macht es durchaus Sinn, mit dem Unterschriften sammeln ein bisschen zu warten», sagt SP-Grossrätin Sarah Wyss, selber Raucherin. «Die Leute werden sich daran erinnern, dass Basel erst kürzlich über das Rauchverbot abgestimmt hat, und würden eine Initiative als Zwängerei empfinden.»

Fakt ist: Vor dem Bundesgerichtsurteil spielte jede Verzögerung in die Hände von Fümoar: Je länger es dauerte, desto länger durfte geraucht werden. Jetzt aber ist unsicher, ob diese Rechnung aufgeht. Es ist gut möglich, dass das Bundesgericht im Sommer das Fümoar-Feuer für immer gelöscht hat.