«Du bisch e Maschine», ruft eine Teamkollegin Tanja Surer zu, nachdem sie den sechs Kilogramm schweren Stein auf sagenhafte 9,14 Meter gestossen hat. «Sie ist klar die Beste in dieser Disziplin», schwärmt die Teamkollegin beim DTV Thürnen. Steinstossen sei bei weitem keine reine Frage der Kraft, beschreibt die Meisterin das Geheimnis ihrer Lieblingsdisziplin. «Es braucht eine gute Technik beim Abwurf und zuvor einen schnellen Anlauf.»

Auf dem Wettkampfplatz Gehren stehen die Steine im Mittelpunkt. Während die Thürnerinnen ihre in die Weite stossen, heben die starken Männer des TV Rothenfluh den 22,5 Kilogramm schweren Brocken in die Höhe. Marco Erny schafft 45 Wiederholungen, was an diesem Tag für sein Team Bestleistung bedeutet. Obwohl er nach abgeschlossenem Wettkampf schon beim verdienten Feierabendbier ist, demonstriert er fürs Foto noch einmal sein ganzes Können. «Es braucht Kraft und Ausdauer in den Unter- und Oberschenkeln. Das Wichtigste sind aber die Unterarme, mit denen man den Stein im Gleichgewicht hält.»

Während die Thürnerinnen und die Rothenflüher schwitzen, wird im kleinen Festzelt nebenan schon lautstark angestossen. Auch das gehört zu einem Turnfest dazu. Zuerst das Wettkampffieber, dann die Feierstimmung.

Tecknau dominiert übers Netz

Auf dem Hauptwettkampfplatz gleich neben dem grossen Festzelt, das mit viel Liebe geschmückt wurde, herrscht am Samstagnachmittag emsiges Treiben. Die Finalrunde der besten sieben Teams beim Dreispielturnier ist in vollem Gange. Viele orangeschwarze Trikots sind zu sehen, das Markenzeichen der Männerriege Tecknau. Sie dominiert bei der Kombination aus Faustball, Indiaca und Volleyball seit Jahren. Gleich mehrere ihrer Teams haben sich für die Finalrunde qualifiziert. Eines davon holt schliesslich auch den Sieg. Weil beim Faustball der Ball einmal den Boden berühren darf, wird das Spiel auf dem holprigen Boden am Nachmittag immer unberechenbarer.

In der Turnhalle in Thürnen herrscht beim Fachtest Volleyball höchste Konzentration. Manuela Flückiger vom TV Wintersingen schaut als Kampfrichterin genau hin, ob der Ball die vorgeschriebene Zone trifft und wie viele Pässe innerhalb der vorgegebenen Zeit gespielt werden können. Dabei spürt sie den grossen Ehrgeiz der Spieler. «Der Fachtest ist halt etwas, das man genau üben kann. Umso mehr ärgert es einen, wenn es nicht so klappt wie gewünscht.»

Begeisterung und Lob

Manuela Flückiger gehört zu den unzähligen ehrenamtlichen Helfern und Kampfrichtern, ohne die ein solches Turnfest nicht stattfinden könnte. «Natürlich ist es auch ein Muss. Aber man tut es ja für den eigenen Verein und den Anlass, damit dieser überhaupt stattfinden kann.»
Und das Regionalturnfest war ein voller Erfolg. Böckten hat drei wunderbare Tage erlebt. Es gab Lob von allen Seiten. Stellvertretend für viele Heinz Weber vom TV Wichtrach aus dem Kanton Bern. «Unglaublich, was sie hier in diesem kleinen Dorf auf die Beine gestellt haben. Ich bin wirklich begeistert.»