Heute veröffentlichte die Landeskanzlei die Liste der offiziell gemeldeten Kandidaturen für den Regierungsrat. Neben den sechs Parteivertretern befindet sich ein völlig Unbekannter: Samuel Mathys.

Herr Mathys, wer sind Sie?

Samuel Mathys: Ich bin Jurist und Krankenpfleger. Vor zwei Jahren gründete ich die Wohngruppe Horizonte in Binningen mit, die die Anwohner dann nicht wollten. Damit hab ich aber nichts mehr zu tun.

Wie kam die Idee zur Kandidatur?

Früher war ich in der Bezirksschreiberei tätig. Da schrieb ich Verfügungen zu Handen des Regierungsrates und dachte: Staatslenker, das ist ein toller Job. Ich würde mir nie anmassen zu sagen, die jetzige Regierung mache einen schlechten Job. Das sind kompetente Leute.

Warum kandidieren Sie dann?

Ich sehe mich als Experiment. Ich will schauen, wie es bei der Bevölkerung ankommt, wenn ein zusätzlicher Kandidat antritt. Vielleicht wählt man mich, wenn man sonst keinen der Kandidaten will. Meine Kandidatur ist auch ein Statement gegen das Konkurrenzdenken, an dem so viele Menschen zerbrechen.

Waren Sie schon mal politisch tätig?

Nein. Es ist vielleicht naiv, das zu sagen, aber es ist ein Vorteil, Quereinsteiger zu sein. Ich kann unbefangen an die Geschäfte ran und neue Ideen einbringen.

Haben Sie ein Programm?

Eigentlich nicht. Ich kenne mich in der Politik nicht so aus und müsste mich einarbeiten. Vielleicht möchte ich das Erstellen von Solaranlagen in Kernzonen entbürokratisieren. Und es gibt im Baselbiet keine forensische Abteilung in der Psychiatrie, das würde ich ändern.

Unterstützt Sie ein Komitee?

Nur mein privater Kollegenkreis. Von dem hab ich die 15 Unterschriften, die es für eine Kandidatur braucht.

Planen Sie eine Wahlkampagne?

Nein. Plakate oder eine Webseite habe ich nicht. Social Media sehe ich kritisch. Ich werde versuchen, an Podiumsdiskussionen meine Meinung abzugeben. Und ich bin froh, dass die Medien heute mehrere Interview mit mir geführt haben.