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Sissacher Kunsti-Debakel: Bauherr und Unternehmerin einigen sich

Das Sissacher Kunsti-Dach war wegen Baumängel einsturzgefährdet und wird nun saniert. Jetzt haben sich Gemeinde und Unternehmerschaft nach Jahren des Streits geeinigt. Die PM Mangold Holzbau AG greift tief in die Tasche.

Ab morgen Abend schlafe er wieder besser, meinte Sissachs Gemeindepräsident Peter Buser noch vor der Gemeindeversammlung vom Dienstag zur bz. Der Grund: Die leidige Angelegenheit des schadhaften Dachs über der Kunsteisbahn ist erledigt. «Das Papier liegt pfannenfertig zur Unterschrift bereit», liess Buser die Versammlungsteilnehmer wissen.
200 000 Franken Entschädigung

Tatsächlich: Heute Mittwoch um 10 Uhr unterzeichneten die Firma PM Mangold Holzbau aus Ormalingen und die Gemeinde Sissach den schon längst angekündigten aussergerichtlichen Vergleich. «Die PM Mangold Holzbau AG erklärt sich ohne Anerkennung einer Rechtspflicht bereit, der Gemeinde Sissach an die Kosten der Sanierung einen Pauschalbetrag in Höhe von 200 000 Franken zu bezahlen», schrieben die Parteien in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Die Hälfte dieses Betrags werde zeitnah überwiesen. Die andere Hälfte soll wenn möglich mit Guthaben der Holzbaufirma aus ihr künftig allenfalls erteilten öffentlichen Aufträgen verrechnet werden.

Die Bauherrschaft und das Unternehmen erachten die ausgehandelte Lösung «unter den gegebenen Umständen als für beide Seiten sinnvoll». Es könnten damit langwierige und teure Verfahren vermieden werden. Die Parteien wollten mit der getroffenen Vereinbarung, die beiden Seiten erhebliche Konzessionen abverlange, dazu beitragen, dass die «Gräben» der Vergangenheit zugeschüttet werden könnten, heisst es in der Mitteilung weiter. Damit kann die nervenaufreibende Auseinandersetzung noch vor der Eröffnung der neuen Eishalle ad acta gelegt werden. Die PM Mangold Holzbau hatte die Dachkonstruktion 2005 errichtet, im Herbst 2012 drohte sie einzustürzen. Die Folge war eine zweijährige Sperre des Eisfeldes.

Neues zum Neubau

Gemeindepräsident Peter Buser informierte an der Gemeindeversammlung auch über den Neubau der Eishalle und die laufenden Arbeiten, die in vollem Gange sind. Die Stimmbürger Ruedi Graf und Dieter Stebler haben dem Gemeinderat Ende Mai ein Schreiben mit Fragen zum «Kostenverlauf Sanierung Kunsteisbahn Sissach» zukommen lassen. Sie wollten wissen, wie viele der geplanten Sanierungsaufträge bereits definitiv vergeben seien, ob die budgetierten Ausgaben bisher hätten eingehalten werden können, und ob bereits konkrete Einsparungen ausgewiesen werden könnten.

Buser erklärte, «dass 85 Prozent der Arbeiten vergeben sind». Die Kosten habe man im Griff, bis jetzt lägen alle im Bereich der Offerten. Mit Mehrausgaben sei nicht zu rechnen, es gebe aber bei gewissen Positionen Verschiebungen. Diese Angaben stammen gemäss Peter Buser von der Mitte Juni erstellten Kostenkontrolle, die laufend aktualisiert werde. Im Baukredit von insgesamt 8,7 Millionen ist eine Reserve von 300 000 Franken vorgesehen. Zu eventuellen Einsparungen konnte der Gemeindepräsident noch nichts sagen. Das sei noch zu früh und erst nach Abschluss des Projekts möglich. Die Kunsteisbahn wird nicht wie geplant während zweier Sommersaisons, sondern nur während einer saniert. Für August ist ein Tag der offenen Baustelle angesagt. Die neue Eishalle kann bereits auf die kommenden Wintersaison hin eingeweiht werden.

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