Milde Winter

Skilifte in Langenbruck bleiben sicher noch drei Jahre bestehen

Diesen Winter lag noch nie genügend Schnee für die Skilifte in Langenbruck.

Diesen Winter lag noch nie genügend Schnee für die Skilifte in Langenbruck.

Laut dem Betreiber der Skilifte in Langenbruck steht deren Existenz nicht auf dem Spiel. Zwar gibt es heute nur noch einen Drittel so viele Schneetage im Jahr wie vor 50 Jahren, doch von einem Konkurs ist Betreiber Peter Hammer weit entfernt.

Die Skilifte in Langenbruck sind in diesem bisher milden Winter noch kein einziges Mal gelaufen. Auch die kommenden Tage versprechen keinen Wetterumschwung. Von Schnee keine Spur. Und die Sportferien beginnen heuer früh – schon in fünf Wochen. «Der Winter ist zwar noch nicht vorbei, aber das bisherige Manko werden wir wahrscheinlich nicht wettmachen können», meint Peter Hammer, Mehrheitsaktionär der Skilift AG. Aber zuerst müsse der Januar abgewartet werden.

20 000 Franken Fixkosten pro Jahr

«Die Existenz des Skilifts steht nicht auf dem Spiel», betont Hammer. Die «Schweiz am Sonntag» titelte «Skilift Langenbruck droht der Konkurs.» Eine Nachricht, die Peter Hammer mächtig ärgerte. Ihm sei das Wort «Konkurs» in den Mund gelegt worden. «So was habe ich nie gesagt, Konkurs existiert nicht in meinem Wortschatz», enerviert sich der Balsthaler.

Die beiden Skilifte Obere Wanne und Untere Wanne verursachen jährliche Fixkosten von 20 000 Franken: Versicherungen, Strom, Bewilligungen, Kontrollen. In diesem Betrag inbegriffen sind der normale Unterhalt sowie das Bereitstellen und Abräumen der Skilifte.

Wenn die Skilifte stillstehen, kommt kein Geld rein. Hatte es vor fünf Jahrzehnten noch etwa 60 Schneetage pro Jahr gegeben, so sank die Anzahl von 1990 bis 2000 um rund die Hälfte. «Seither gingen die Schneetage nochmals markant zurück auf 15 bis 20 jährlich», rechnet Peter Hammer vor und ergänzt: Ausreisser nach oben und unten habe es immer gegeben. Damit die Leute bei Schnee zum Skifahren Langenbruck besuchen, muss richtige Winterstimmung aufkommen. «Ein Schäumchen Schnee bis ins Flachland, das ist wesentlich», weiss Hammer.

So muss ein Winter für passionierte Skifahrer aussehen: Viel Schnee und rotierende Skilifte. In Langenbruck hat es über die letzten 50 Jahre leider immer weniger Schneetage im Jahr gegeben.

So muss ein Winter für passionierte Skifahrer aussehen: Viel Schnee und rotierende Skilifte. In Langenbruck hat es über die letzten 50 Jahre leider immer weniger Schneetage im Jahr gegeben.

An Schneetagen sind die Pisten in der Regel mittwochabends beleuchtet und laden zum Nachtskifahren. Hammer, der ein Architekturbüro führt, ist seit 1966 mit dem Skilift in Langenbruck verbunden. Sein Vater war früher Hauptaktionär. Der Skilift ist für Peter Hammer eine Herzensangelegenheit. Vor neun Jahren wurde ein grösseres Pistenfahrzeug gekauft. Anlagen und Fahrzeug seien in einem «sehr guten» Zustand.

Rodelbahn sonntags geöffnet

Laut Hammer macht sich der Verwaltungsrat laufend Gedanken und nimmt nach jeder Wintersaison eine Standortbestimmung vor. «Wir entscheiden nicht von einem Jahr auf das andere. Die Skilifte Langenbruck werden sicher noch drei Jahre bestehen.» Während der wärmeren Jahreszeit betreibt Hammer in Langenbruck eine Rodelbahn und einen Seilpark. Die Rodelbahn hat derzeit als Alternative an Sonntagen geöffnet. «Grosse Scharen an Leuten bleiben jedoch aus, weil es zu wenig warm ist», erklärt Peter Hammer. Damit könnten die finanziellen Ausfälle der Skilifte nicht kompensiert werden.

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