Pratteln

So soll das neue Wohn- und Gewerbequartier Salina Raurica aussehen

Die Planer stellen sich das neue Wohn- und Gewerbequartier in Salina Raurica mit einem grossen zentralen Park vor.

Die Planer stellen sich das neue Wohn- und Gewerbequartier in Salina Raurica mit einem grossen zentralen Park vor.

Zum ersten Mal zeigt eine Studie konkret, wie das neue Wohn- und Gewerbequartier Salina Raurica in Pratteln aussehen soll.

Seit über 20 Jahren werden für Salina Raurica Ideen gewälzt. Bisher lag wenig Konkretes vor, wie die Rheinebene zwischen Pratteln und Augst überbaut werden könnte. Dabei gilt das Areal als Filet-Stück des Kantons, mit dem vor allem die Wirtschaftsförderung viel Hoffnung verbindet.

Doch mit der jetzt veröffentlichten städtebaulichen Studie soll es endlich vorwärtsgehen, davon waren am gestrigen Präsentationsanlass die Gemeinde Pratteln, der Kanton und der Totalunternehmer Losinger Marazzi überzeugt. «Heute kann man endlich sagen: Es läuft was auf Salina Raurica - und wie!», sagte der Prattler Gemeindepräsident Stephan Burgunder. Es liegt jetzt nämlich eine städtebauliche Studie vor. Eine Jury hat diejenige des Planungsteams Hosoya Schaefer aus Zürich zur Weiterbearbeitung ausgewählt.

«Tor zur Schweiz»

Erstmals werden darin konkrete Zahlen für die Anzahl Bewohner und Arbeitsplätze genannt, nämlich je 2500. Im rechtwinkligen Bebauungsnetz, das die Planer über die 200'000 Quadratmeter ziehen, sehen sie drei Hauptelemente vor: Das Gewerbegebiet Richtung Basel nennen sie «Tor zur Schweiz»; das Wohnquartier im Zentrum heisst «Salinenhof»; und der Siebenjurten-Park schafft eine Verbindung zum Rhein. Entlang der Bahn, zwischen Autobahn und Bahnhof Salina Raurica, sollen lange Bauten hinkommen, mit Gewerbe und Wohnraum.

Das neue Quartier prägen wird die Salinen-Allee zwischen Bahnhof und Gewerbe. Dort sollen «publikumsintensive Nutzungen» hinkommen, zum Beispiel Läden. Sie wird eine der wenigen Strassen mit motorisiertem Verkehr sein. Zum Wohnen sind Blockrandbebauungen vorgesehen, die ruhige Innenhöfe inmitten des lärmbelasteten Gesamtareals bilden.

Die Jury lobt die Flexibilität der Pläne von Hosoya Schaefer, wünscht sich für die Bebauung aber auch eine gewisse Einheitlichkeit, damit das neue Quartier einen zusammenhängenden Eindruck ergibt. Auch über die Reihenfolge der Bebauung haben sich die Planer Gedanken gemacht. Erst soll ein Gemeinschaftszentrum entstehen, das bereits erste Läden beherbergen soll; danach die Wohnhöfe, anschliessend die Mischbauten entlang der Schienen.

Damit sollte früh genug Nachfrage bestehen für die Läden an der Salinen-Allee. «Die Leute sollen sich hier wohlfühlen, auch wenn noch nicht viel gebaut ist», sagt Markus Schäfer, Projektverantwortlicher für Hosoya Schaefer. Ziel ist, Mitte 2022 einen ersten Quartierplan als Pilotprojekt zu entwickeln.

Eine Milliarde Investitionen

Noch steht ein grosser Happen an: Das Land von 23 Eigentümern muss so auf- und verteilt werden, dass es dem städtebaulichen Konzept entspricht und sich niemand benachteiligt sieht. Burgunder ist zuversichtlich, dass das gelingt. Alle Eigentümer hätten im Grundsatz ihr Einverständnis erklärt, unter anderem Roche, der 60'000 Quadratmeter gehören. Erste Kontakte habe es zudem mit potenziellen Investoren gegeben, sagt Burgunder. Er vermutet, die Investitionssumme könnte eine Milliarde Franken erreichen.

Regierungsrat Thomas Weber hält am Ziel fest, «wertschöpfungsintensive Firmen» auf den Gewerbeflächen anzusiedeln. Ihm schwebt die Branche «Informations- und Kommunikationstechnologie in Verbindung mit Life Sciences» vor. Laut Burgunder gab es auch hier schon «allererste, lose Kontakte». Wichtig sei, dass man jetzt damit werben könne, dass ab etwa 2023 marktreife Flächen zur Verfügung stünden.

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