Photovoltaik

Solarstrom-Anlagen rentieren auch bei den Steuern

Die Solaranlagen der Familie Schweizer in Bretzwil sind kein Grund für eine «Steuer-Strafe».Franz Schweizer/zvg

Die Solaranlagen der Familie Schweizer in Bretzwil sind kein Grund für eine «Steuer-Strafe».Franz Schweizer/zvg

Wer ein Photovoltaik-Kraftwerk aufs Dach montieren lässt, bezahle am Schluss mehr Steuern, monierte eine Baselbieterin am Gesprächsforum Energie & Umwelt der Nordwestschweizer Energieunternehmen. Jedoch gehen die Meinungen zum Thema auseinander.

«Eine Photovoltaikanlage ist in der Tat eine zusätzliche Installation. Entsprechend muss man den Versicherungswert anpassen», bestätigt Peter Bächtold, Leiter Schätzungswesen bei der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung. Es stimme auch, dass der angepasste Gebäudewert von Gesetzes wegen an die Gemeinde gemeldet werde und in die Steuerberechnung einfliesse.

Waldemar Gahlinger, Mitglied des Zentralvorstands des Hauseigentümerverbands Baselland, betont aber, dass eine energetische Sanierung ohne die Montage eines Sonnenkraftwerks nur als Unterhalt gewertet werde. Der Gebäudewert steige nicht. «Auslöser für eine Neuschätzung ist das Baugesuch. Wer ohne Baugesuch saniert, wird nicht neu eingeschätzt.»

«In jedem Fall minim»

Brigitte und Franz Schweizer in Bretzwil haben im vergangenen Sommer eine Photovoltaik- und eine solare Warmwasseranlage auf ihr Haus montieren lassen. «Wir benötigten kein Baugesuch. Aber wir haben uns selbst bei der Gebäudeversicherung gemeldet», berichtet Brigitte Schweizer. «Schliesslich sind wir daran interessiert, dass die neuen Anlagen im Fall eines Schadens durch Hagel oder Sturm versichert sind.» Ihre Erfahrung: Bei Anlagekosten in der Grössenordnung von 50000 Franken mussten sie 15 oder 20 Franken Versicherungsprämie nachzahlen: «Genau kann ich mich nicht erinnern, es war in jedem Fall minim.»

Und der Eigenmietwert? «Da haben wir noch keine Erfahrung. Aber viel kann das nicht sein.» Brigitte Schweizer ist im Gegenteil überzeugt, dass sich die Installation lohnt: «Wir können ja die ganzen Kosten vom Einkommen abziehen und werden für das vergangene Jahr massiv weniger Steuern bezahlen.»

Dies bestätigt Benjamin Pidoux, Leiter des Rechtsdiensts der kantonalen Steuerverwaltung: «Der Eigenmietwert steigt um 2 Prozent der Wertsteigerung.» Mit anderen Worten: «Die Steuerersparnis durch den Abzug der Baukosten übersteigt die Steuerdifferenz wegen des höheren Eigenmietwerts deutlich.»

Falls jedoch jemand durch die Einspeisung des Stroms ins Netz zusätzliches Einkommen erziele, unterliege dieses ganz normal der Einkommenssteuer. Sein Fazit: «Das Engagement für die Umwelt wird aber durch die Steuern nicht bestraft.

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