Zum ersten Mal in Liestal war sie mit 18 Jahren: «Ich konnte in der Psychiatrie in Liestal ein Praktikum machen. Ich wollte eigentlich Musiktherapeutin werden. Nach dem Praktikum war mir klar, dass dies nicht der Weg war.» In lockerem Gespräch versuchte Nussbaumer, die Bundesrätin aus der Reserve zu locken. Nach ihren dringendsten Geschäften gefragt begann sie einige aufzuzählen.

Dringend ist Sommaruga alles, was mit Klimawandel zu tun hat. «Er ist im Alltag der Menschen angekommen und für alle spürbar.» Es findet langsam auch in Bern ein Gesinnungswandel statt und alle, die bei der Lösungshilfe mitmachen wollen, seien ihr willkommen. Auf den Einwand, das sei alles viel zu teuer, gibt sie zur Antwort, dass Nichtstun auch sehr teuer sei oder noch teurer werden könne.

«Unterstützung vom Bund steht bevor»

Der Schwund der Medien ist für sie schwer ertragbar. «Medienvielfalt ist für die direkte Demokratie lebenswichtig», so die Bundesrätin. Es werde daran gearbeitet, dass der Bund dem entgegenwirken kann: «Unterstützung vom Bund steht bevor».

Auf die Frage, wie sie denn mit den auch persönlichen Anfeindungen gegen ihre Person umgehe, meinte sie, dass es ihr helfe, zuerst auf den Absender zu schauen. Dann könne sie eine Kritik gut einordnen. Für sie selbst brauche sie einen inneren Kompass, der ihr immer die Richtung anzeigt. Auch brauche sie Mitarbeiterinnen, die ihr den Spiegel vorhalten: «Ich benötige eine kritische Begleitung.»

Sommaruga machte in Liestal einen Zwischenhalt auf dem Weg zur Schlussveranstaltung des «2019 Global Summit of Women» in Basel. Auch dort steht neben den Gleichstellungsthemen die Klimaveränderung im Mittelpunkt. «Es sind immer die Frauen, die von Katastrophen zuerst betroffen sind».

Nach einer knappen Stunde wurde Sommaruga von den Zuschauern in den Abend entlassen. Gekonnt stellte sie sich den Fragen und zeigte, warum sie in der Bevölkerung so beliebt ist.