Umfrage

Sorgenbarometer der Baselbieter Wähler: Soziale Probleme geben am meisten zu grübeln

Die Krankenkassenprämien und der Klimawandel beschäftigen die Baselbieter am meisten.

Die Krankenkassenprämien und der Klimawandel beschäftigen die Baselbieter am meisten.

Im Sorgenbarometer stehen die Krankenkassenprämien und die Altersvorsorge oben – und natürlich der Klimawandel.

Die Krankenkassenprämien und der Klimawandel: Das sind die grössten Sorgen der Baselbieter Wählerinnen und Wähler. Laut einer Wahlbefragung der Forschungsstelle Sotomo sind die steigenden Prämien für 47 Prozent der Wähler ein wichtiges politisches Problem, für 40 Prozent ist das der Klimawandel. Auf den weiteren Top-Plätzen im Sorgen-Barometer folgt die Reform der Altersvorsorge (32 %), die Zuwanderung (28 %) und die Beziehung zur EU (27 %, Diagramm rechts). Alle anderen Themen erreichen weniger als 20 Prozent. Die befragten Wähler konnten gegenüber Sotomo bis zu drei Probleme nennen.

Dass Krankenkassenprämien und Klimawandel obenaus schwingen, kommt nicht überraschend. Dennoch gibt es gegenüber dem Schweizer Durchschnitt spannende Nuancen: Laut dem Sotomo-Wissenschaftler Bruno Wüest werden insbesondere die Krankenkassenprämien von den Baselbieter Wählern als noch wichtigeres Problem angesehen. Überdurchschnittlich stark beschäftigt zudem die Sicherung der Altersvorsorge. Sozialpolitische Fragen geniessen im Kanton Baselland eine relativ hohe Bedeutung. Da zeigt sich die Nähe zur Westschweiz, wo wir ähnliches feststellen», analysiert Wüest.

Der Sorgenbaromenter der Baselbieter.

Der Sorgenbaromenter der Baselbieter.

Die Krankenkassenprämien stehen bei den Wählern aller grossen Parteien unter den fünf drängendsten Herausforderungen. Für die SP-Wähler stellen sie gar die grösste Sorge dar (54 % der Nennungen). Auch der Klimawandel wird von allen Parteien als grosses Problem anerkannt – ausser von der SVP. Für 84 Prozent der Grünen ist er die grosse Herausforderung. Ein Spitzenwert, den andere Themen nirgends erreichen. Der Klimawandel wird von 52 Prozent der SP-, 46 Prozent der GLP-, 39 Prozent der CVP- und von 29 Prozent der FDP-Wähler als wichtiges Problem angesehen.

Für SVP-Wähler bleiben Ausländer das Top-Thema

Top-Thema aus Sicht der SVP-Wähler ist und bleibt mit 65 Prozent Nennungen die Zuwanderung. Ein hoher Wert, der bei vergangenen Wahlen aber schon höher war, wie Wüest bemerkt. Neben Zuwanderung und Krankenkassen drückt den SVP-Wählern bei den Themen Unabhängigkeit und Souveränität, der Kriminalität und der Altersvorsorge der Schuh. Die SP-Wähler interessieren sich neben Krankenkassen und Klimawandel für die Beziehungen zur EU, die Reform der Altersvorsorge sowie für den Natur- und Landschaftsschutz.

Grösste Sorge der FDP- und GLP-Wähler ist die Reform der Altersvorsorge mit 49 respektive 58 Prozent. Bei den wirtschaftsliberalen Parteien spielten Fragen rund um die Finanzierung des Sozialstaats aktuell eine sehr wichtige Rolle, kommentiert Wüest. Auf den ersten Blick Fragen wirft das Sorgenbarometer der CVP-Wähler auf: An der Spitze stehen dort die Beziehungen zur EU mit 42 Prozent der Nennungen, knapp vor der Altersvorsorge (41 %) . Diese Werte sind eher tief, offenbar brennt den CVP-Wählern kein Thema besonders stark unter den Nägeln.

Ein Grund für die relativ grosse Bedeutung der Europa-Frage könnte in der Person von CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter liegen, die als Präsidentin der aussenpolitischen Kommission das Thema intensiv beackert. Politologe Wüest bestätigt: «Starke Positionen prominenter Partei-Aushängeschilder können das Sorgenbarometer der jeweiligen Wählerschaft beeinflussen.»

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