Sozialhilfe

Sozialhilfequote in Baselland erstmals seit 2011 stabil

Die Sozialhilfequote ist im Kanton Basel-Landschaft erstmals seit 2011 nicht angestiegen. (Symbolbild)

Die Sozialhilfequote ist im Kanton Basel-Landschaft erstmals seit 2011 nicht angestiegen. (Symbolbild)

Erstmals seit 2011 ist die Sozialhilfequote im Baselland nicht weiter angestiegen. Sie verharrte 2018 bei 3 Prozent. Die Zahl der Unterstützten ist im vergangenen Jahr sogar leicht zurückgegangen.

Es schien beinahe schon ein Naturgesetz zu sein: Jahr für Jahr steigen die Sozialhilfekosten weiter an und belasten die Kassen von Kantonen und Gemeinden immer stärker. Im Baselbiet aber zeigt sich nun seit langem plötzlich wieder Besserung. Erstmals seit 2011 ist die Sozialhilfequote nicht weiter angestiegen. Sie verharrte 2018 bei drei Prozent.

Die Zahl der Unterstützten ist im vergangenen Jahr sogar leicht zurückgegangen. Insgesamt seien 2018 im Kanton Baselland 8560 Personen von der Sozialhilfe unterstützt worden, teilte die zuständige Finanz- und Kirchendirektion gestern mit – 48 weniger als im Vorjahr. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin. Schliesslich ist die Sozialhilfequote in den Jahren 2011 bis 2017 langsam aber stetig angestiegen – von 2,3
bis auf rund 3 Prozent.

«Wir sind selber eher von einem erneut leichten Anstieg ausgegangen und daher sehr erfreut über die Zahlen», sagt Lea Wirz vom Baselbieter Sozialamt. «Nun aber bereits von einer Trendumkehr zu sprechen, wäre wohl etwas sehr optimistisch.»

Trotz tieferer Fallzahlen sind die Kosten gestiegen

Auch seien die Gründe für diese Entwicklung nicht einfach zu erklären, da sehr viele Faktoren reinspielen würden. «Ein wichtiger Punkt ist sicher die Situation auf dem Arbeitsmarkt, die im 2018 generell sehr gut war», sagt Wirz. Gemäss Mitteilung konnten insgesamt 1713 Sozialhilfefälle abgeschlossen werden, was über dem Wert der Vorjahre liege. Teilweise habe eine Verbesserung der Erwerbssituation aus der Sozialhilfe geführt. Hinzu kämen die Übernahme durch andere Sozialleistungen, Wohnortswechsel oder auch Todesfälle.

Die «positive Entwicklung» hat allerdings auch einen Haken: Obwohl sich die Sozialhilfequote 2018 stabilisiert hat, ist der Nettoaufwand für die Sozialhilfe im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Mit 81 Millionen Franken wurde gegenüber 2017 eine Zunahme von 2,4 Prozent verzeichnet. Gründe dafür sind unter anderem steigende Mietpreise und höhere Gesundheitskosten. Auch hingen die Kosten mit der Zusammensetzung der Fälle zusammen. Wirz: «Sind etwa vermehrt Einpersonenhaushalte und Alleinstehende mit mehreren Kindern betroffen, steigen die Kosten automatisch.»

Pro Einwohner resultierte damit ein Nettoaufwand von 281 Franken. 2017 waren es noch 275 Franken. Wobei es je nach Gemeinde grosse Unterschiede gibt. Liestal als Zentrum weist mit 668 Franken die höchste Pro-Kopf-Belastung auf, gefolgt von Oberdorf und Pratteln mit 560 und 479 Franken.

Entsprechend weist der Bezirk Liestal mit 4,3 Prozent weiterhin die höchste Sozialhilfequote auf. Am tiefsten ist die Quote mit 1,7 Prozent im Bezirk Sissach. Darauf folgt der Bezirk Waldenburg, wo die Quote letztes Jahr von 3,1 auf 2,8 Prozent sank. Im Bezirk Arlesheim verharrte die Quote bei 2,9 Prozent, derweil sie im Bezirk Laufen 3,3 Prozent erreichte. 2013 hatte sie dort noch 1,7 Prozent betragen.

Die Sozialhilfekosten sind im Kanton Baselland seit Jahren ein heisses Eisen. Vor gut einem Jahr hiess der Landrat eine SVP-Motion knapp gut, die eine Kürzung des Grundbedarfs um 30 Prozent fordert. Der Entscheid schlug national hohe Wellen. Die Regierung hat aber bereits angetönt, dass sie keine «buchstabengetreue Umsetzung» plane.

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Autor

Daniel Ballmer

Daniel Ballmer

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