Baselland

Sparpaket führt bereits zu Stellenabbau

«Gegen Sparübungen, die auf dem Buckel der Angestellten durchgeboxt werden, wehren wir uns vehement», sagt VPOD-Präsident Urs Müller.

«Gegen Sparübungen, die auf dem Buckel der Angestellten durchgeboxt werden, wehren wir uns vehement», sagt VPOD-Präsident Urs Müller.

Das Entlastungsprogramm, das der Baselbieter Regierungsrat voraussichtlich im Mai vorstellen wird, dürfte vor allem das Kantonspersonal treffen. Dies befürchtet der Verband des Personals Öffentlicher Dienste VPOD Region Basel.

Deshalb geht er nun auf die Barrikaden und stellte gestern in Liestal seine Schwerpunkte der nächsten vier Jahre vor – gerade noch vor den Regierungs- und Landratswahlen vom Wochenende.

«Gegen Sparübungen, die auf dem Buckel der Angestellten durchgeboxt werden, wehren wir uns vehement», sagt VPOD-Präsident Urs Müller. Interessant: Das Sparpaket wirkt sich bereits vor Bekanntgabe der genauen Details aus: «Wir wissen von mehreren Stellen, die etwa bei Pensionierungen auf den Direktionen nicht mehr ersetzt wurden», so Müller. VPOD-Vizepräsident Martin Kaiser, der selbst auf der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) arbeitet, wird konkreter: «Beim VGD gab es in einigen Ressorts einen nicht nachvollziehbaren Stellenabbau nach Pensionierungen oder auch Pensenreduktionen, die nicht kompensiert wurden.»

Regierung ohne klare Strategie

Weshalb die Direktionen bereits mit Massnahmen vorpreschen, kann für den VPOD mehrere Gründe haben: «Die Direktionen sind angespannt und unsicher, weil sie nicht wissen, was genau auf sie zukommt. Es fehlt eine klare Strategie der Regierung», moniert Kaiser. Und Müller ergänzt: «Für sie ist es ein Rätsel, wie sie sparen sollen, ohne auch die Leistungen abzubauen.» Für den VPOD ist klar, dass dieser Spagat unmöglich ist. Vorstandsmitglied und SP-Landrätin Regula Meschberger vermutet derweil, dass gewisse Direktionen die Sparübung auch als Vorwand nehmen, um Stellen abzubauen, derer sie sich schon lange entledigen wollten.

Auch der VPOD-Erfolg einer fünften Ferienwoche für das Kantonspersonal erscheint mittlerweile in anderem Licht: «Wir haben Rückmeldungen aus den Spitälern, dass die Mehrbelastung der fünften Ferienwoche nicht durch Neuanstellungen ausgeglichen wird», hält VPOD-Sekretär Matthias Scheurer fest. Damit halte man sich nicht an die Landratsvorlage. Ob für diesen Entscheid die Spitalleitung oder Gesundheitsdirektor Peter Zwick verantwortlich ist, kläre man momentan ab.

«Wir werden das Referendum ergreifen»

Der VGD-Vorsteher wird vom VPOD noch aus einem anderen Grund scharf kritisiert: Seine «verzwickte» Spitalpolitik und insbesondere die Vorlage zur Auslagerung der Spitäler. Der VPOD befürchtet vor allem, dass der Einfluss des Parlaments auf die Spitalpolitik damit praktisch ausgeschaltet werde. «Wir werden das Referendum ergreifen, falls die Vorlage vom Landrat gutgeheissen wird», wird Müller deutlich. Dabei diene das Spitalauslagerungs-Referendum, das in Basel-Stadt voraussichtlich am 15. Mai vors Volk kommt, dem VPOD als eigentliches «Trainingslager» für sein späteres Vorgehen in Baselland.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1