Drogenkonsum

Baselbieter Spezialist für Drogenkriminalität: «Seit Ende des Lockdowns explodieren die Zahlen»

Auch im Baselbiet ist die Zahl der CBD-Hanfplantagen regelrecht explodiert.

Auch im Baselbiet ist die Zahl der CBD-Hanfplantagen regelrecht explodiert.

Daniel Stehlin, Spezialist der Baselbieter Staatsanwaltschaft für Drogenkriminalität, ist besorgt über den zuletzt sprunghaft angestiegenen Handel mit synthetisch hergestelltem Marihuana. Viele Kifferinnen und Kiffer wissen gar nicht, welche Gefahr ihnen droht. Gleichzeitig haben Dealer mehr Möglichkeiten zum Tricksen und Täuschen denn je.

Die Behörden mehrerer Kantone zeigen sich besorgt. Seit etwas mehr als einem Jahr wird in der Schweiz immer mehr wirkungsmächtiges, aber besonders gesundheitsgefährdendes synthetisch behandeltes Marihuana konsumiert. Dies oftmals, ohne dass es Händler und Konsumenten überhaupt merken. Dieses wird durch das Aufsprühen von chemischen Lösungen auf legalen CBD-Industriehanf gewonnen (siehe bz vom vergangenem Donnerstag). Diese «Veredelung» ermöglicht Dealern wieder höhere Gewinne im zuvor eingebrochenen CBD-Markt.

Gleichzeitig wird für die Behörden das Versteckspiel von illegalen THC-Plantagen hinter angeblichen CBD-Züchtungen noch schwerer durchschaubar. Nun erweist sich auch als Nachteil, dass der Anbau von CBD-Hanf seit 2016 in der Schweiz toleriert wird und nur gerade drei Kantone eine Meldepflicht kennen; Baselland gehört nicht dazu.

Daniel Stehlin (49) ist Stellvertretender Leitender Staatsanwalt der Hauptabteilung Betäubungsmittel/Organisierte Kriminalität in Liestal und anerkannter Spezialist in diesem Gebiet. Er arbeitet seit 16 Jahren für die Baselbieter Staatsanwaltschaft.

CBD-Hanf bereitet Staatsanwalt Daniel Stehlin Kopfzerbrechen.

Daniel Stehlin (49) ist Stellvertretender Leitender Staatsanwalt der Hauptabteilung Betäubungsmittel/Organisierte Kriminalität in Liestal und anerkannter Spezialist in diesem Gebiet. Er arbeitet seit 16 Jahren für die Baselbieter Staatsanwaltschaft.

Daniel Stehlin, geben Sie unsdoch zuerst eine allgemeine Lagebeurteilung.

Daniel Stehlin: Seit vier Jahren bereitet uns CBD Kopfzerbrechen. Die Kurve muss man sich so vorstellen: 2016 startete dank CBD ein Cannabis-Boom. Alle glaubten damals, jetzt könne man legal kiffen. Entsprechend wurde viel CBD angebaut. Wenig später folgte der Einbruch, als man merkte, dass doch nur sehr wenige Menschen CBD-Hanf konsumieren wollen, weil schlicht die psychoaktive Wirkung ausbleibt. Wegen CBD hat fast niemand mit Kiffen angefangen, und jene, die schon vorher THC rauchten, blieben dabei. Also wurde weiterhin auch THC angepflanzt. Den enormen Überkapazitäten beim CBD begegneten Dealer damit, dass sie THC-haltiges Gras mit CBD streckten und später sogar die Käufer übers Ohr hauten, indem sie ihnen gleich ganze CBD- als angebliche THC-Säcklein andrehten.

Das bedeutet, dass von Anfang an ein Zusammenwirken beim Züchten von illegalem THC- und legalem CBD-Hanf besteht.

Die Polizei hat bis heute das Problem, THC- und industriellen CBD-Hanf optisch nicht unterscheiden zu können – die Pflanzen wie auch das konsumfertige Produkt sehen schlicht gleich aus. Das hat sich in der Szene rasch herumgesprochen. Überall, wo die Polizei auftaucht, heisst es zunächst, in dieser Anlage wachse legaler CBD-Industriehanf. Dann wurde der Schnelltest entwickelt, der aber einen Haken hat: Der Schnelltest funktioniert relativ zuverlässig beim konsumfertigen Marihuana, hingegen bei Pflanzen nur sehr eingeschränkt. Um zu einem sicheren Testergebnis zu gelangen, braucht es eine vertiefte Analyse in einem Labor. Also weiss die Polizei bei einem unklaren Ergebnis des Schnelltests immer noch nicht, ob sie eine Anlage räumen kann oder nicht. Und auch wenn der Nachweis gelingt, verteidigen sich die Beschuldigten damit, dass sie von ihren Lieferanten betrogen worden seien und man ihnen statt CBD- fälschlicherweise THC-Stecklinge geliefert habe. Das ist natürlich nicht im Geringsten glaubwürdig, THC-Stecklinge sind um ein Vielfaches teurer. Aber das Gegenteil zu beweisen, ist sehr aufwändig.

Und jetzt?

Jetzt stehen wir vor einer neuen Ära, die uns viel Sorgen bereitet: Mit der seit Ende 2019 vermehrt festgestellten Besprühung des CBD-Hanfs mit synthetischen Cannabinoiden ist plötzlich wieder ein Aufschwung im CBD-Anbau feststellbar. Und seit dem Ende des Corona-Lockdowns explodieren die Fallzahlen sogar, anders kann ich es nicht nennen. Auf strafrechtlicher Ebene reden wir inzwischen von ungefähr einem Fall pro Woche, der uns gemeldet wird.

Stehen wir auch vor einer Welle von neuartigen Gerichtsverfahren?

Nicht jeder Fall kommt vor Gericht. Bis zu einer gewissen Menge kann man die Fälle mit einem Strafbefehl abhandeln. In weniger schweren Fällen reden wir bloss von 500 Pflanzen, in anderen von mehreren 1000. Bei einem Teil müssen wir die Fälle aus Mangel an Beweisen einstellen, andere können wir vor Gericht bringen. Wir stehen beim besprühten CBD-Hanf noch am Anfang, darum ist jetzt nicht unmittelbar mit einer Welle an Gerichtsverfahren zu rechnen.

Warum nicht?

Eines der strafrechtlichen Probleme liegt, wie erwähnt, darin, dass CBD-Anbau zur gängigen Ausrede geworden ist. Hinzu kommt, dass sich auch chemisch nachbehandeltes CBD-Gras optisch nicht von legalem CBD-Hanf unterscheiden lässt. Der chemische Nachweistest im Labor ist mit 350 Franken relativ teuer und lohnt sich nur ab einer gewissen Menge. Und auch der Zeitfaktor spielt eine gewisse Rolle.

Inwiefern?

Wer THC-Hanf anbaut, lebt in ständiger Gefahr, erwischt zu werden. Dies erhöht die Chancen für die Strafverfolgungsbehörden, die Pflanzanlage während der dreimonatigen Wachstumsphase der Pflanzen zu finden. Mit dem ortsungebundenen Besprühen von legalem CBD-Hanf verringert sich die Zeitdauer der illegalen Handlung auf vielleicht nur noch einen Tag.

Was bedeutet das nun konkret für Ihre Arbeit?

Fälle, die wir früher am Fliessband erledigen konnten, bedeuten jetzt einen hohen Mittel- und Personaleinsatz. Wenn die Polizei vor 2016 eine Plantage entdeckte, dann wurde diese einfach geräumt. Heute ist es viel problematischer, weil es ja einen legalen Markt für CBD gibt, auch wenn dieser klein ist. Anders als früher sind Cannabispflanzen nicht per se illegal und können geschnitten werden. Was für uns natürlich nicht bedeuten kann, sich mit solchen Ausreden wie den vertauschten Stecklingen abspeisen zu lassen. Dort, wo es sich lohnt, führen wir Ermittlungen durch.

Wie gehen Sie bei Ihren Ermittlungen vor?

Was wir genau machen, möchte ich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Ich will ja hier keine Anleitung zum straffreien Drogenanbau geben. Aber bei jenen Produzenten, die ihre Kundschaft direkt beliefern, können wir deren Konsumenten befragen, ob ihnen psychoaktiver Hanf verkauft wurde. Bejahen das mehrere von ihnen, ist der Fall klar. Das ist allerdings ein Aufwand, den wir bisher nicht leisten mussten. Und dies für Kriminalfälle, die für uns sicher nicht die allerhöchste Priorität geniessen.

Bei denen aber, mit Verlaub, die Ermittlungsarbeit immer noch sehr nach Routine klingt.

Mit all dem hätten wir noch leben können. Doch ist jetzt, seit Ende 2019, mit der «Veredelung» von CBD-Pflanzen durch synthetische Cannabinoide eine neue Virulenz entstanden. Alle Fachstudien kommen zum Schluss, dass es an uns Strafverfolgungsbehörden liegt, dass dieses gefährliche Zeug wieder von der Strasse verschwindet.

Wieso ist das so wichtig?

Mengenmässig ist dieses Phänomen zum Problem geworden. Mein Gefühl sagt mir, dass der hier angebaute CBD-Hanf unmöglich nur für den Schweizer Markt produziert werden kann. Wenn die Schweiz zum Hauptlieferanten für alle Länder wird, in denen CBD verboten ist – und das sind die meisten in Europa – dann stehen wir als Ermittlungsbehörden vor einer gewaltigen Aufgabe. In diesem Zusammenhang ist in Drittpublikationen zu lesen, dass der Eidgenössischen Zollverwaltung Anfang 2017 lediglich 5 CBD-Hanf-Produzenten bekannt waren , während es Ende 2019 insgesamt 665 gewesen sein sollen. Niemand kann mir erzählen, dass all diese nur legalen CBD-Hanf für die Schweiz produzieren wollen.

Und das Baselbiet im Dreiländereck ist hierbei ein besonders grosser Exporteur?

Mit dieser Absolutheit will ich das nicht sagen. Wir stellen lediglich einen enormen Anstieg von Hanfplantagen fest, denen unsere Polizei im Alltag begegnet. Ebenso finden sich bei uns einige der grossen Produzenten.

Sie schliessen also aus, dass all diese Plantagen im «guten CBD- Glauben» angelegt worden sind?

Eigentlich erkennt die Polizei auf den ersten Blick, ob es sich um eine seriöse Industriehanfanlage handelt oder nicht. CBD-Industriehanf muss mit grossem Aufwand unter besonderen Schutzmassnahmen wie Schleusen und Ganzkörperschutzanzügen angebaut werden, um rein zu bleiben. Für diesen gibt es spezialisierte Abnehmer etwa im paramedizinischen oder tiermedizinischen Bereich. Allein für die Mutterpflanzen kann die erste Investition für ein solches Feld bis zu 70000 Franken betragen. Unseriöse Produzenten scheuen diesen Aufwand.

Bleiben wir gleich beim Geld. Von welchen Profiten reden wir denn im Geschäft mit besprühtem CBD-Hanf?

Getrocknete CBD-Blüten hatten, Stand 2019, einen Marktwert von ungefähr 1000 Franken pro Kilogramm. Drogenhanf bringt bei gleicher Menge zwischen 5000 und 8500 Franken ein. Mit einem Kilogramm synthetischen Wirkstoffes, das für etwa 2500 Franken in hohem Reinheitsgrad aus China bestellbar ist, lassen sich 2500 Kilogramm Industriehanf zu Drogenhanf «veredeln». Die Gewinnmarge durch das Besprühen geht bei solchen Mengen also in die Millionen. Die Grundregel lautet: Die erste Anpflanzung amortisiert die Kosten für die Anlage, anschliessend hat man nur noch die laufenden Kosten wie Strom und Wasser aus den Gewinnen abzuzweigen. In diesem Zusammenhang sind wir noch auf ein anderes interessantes Phänomen gestossen.

Welches?

Wir stossen immer häufiger auf Plantagen, die von Menschen bewacht werden, die extra zu diesem Zweck aus dem Ausland hierher geholt worden sind. Ihre einzige Aufgabe ist es, in den Anlagen zu wohnen. Dies natürlich zu misslichsten Konditionen. Oder wir treffen auf Strohmänner, die von den eigentlichen Besitzern vorgeschoben und dafür bezahlt werden, die Räumlichkeiten der Plantagen zu mieten und sich als Plantagenbetreiber auszugeben.

Das klingt nach organisierter Kriminalität.

Dies ist ein stark befrachteter Begriff, den ich ungern in diesem Zusammenhang verwenden möchte. Sagen wir stattdessen, dass es ein professionelles Vorgehen ist.

Die Leiterin des Basler Drug-Checking Jill Zeugin sagte vergangene Woche zur bz, die explosionsartige Zunahme von besprühtem CBD-Hanf nach dem Lockdown könnte damit zusammenhängen, dass wegen der Grenzsperren weniger THC-Hanf aus Spanien und Marokko in die Region kommt. Teilen Sie diese Meinung?

Ich kann nicht beurteilen, ob wegen der Coronapandemie die Importwege kaputt gegangen sind. Der Warenverkehr war ja von den Grenzsperren nie betroffen, und wir wissen, dass das spanische Gras per Lastwagen in die Schweiz gefahren wird.

Wie gefährlich ist der besprühte Hanf wirklich aus Ihrer professionellen Sicht?

Hier bin ich auf die Einschätzung von Fachleuten angewiesen. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel stellt in einem Gutachten klipp und klar fest, dass es sich bei synthetischen Cannabinoiden, also besprühtem CBD-Hanf, um «hochpotente chemisch hergestellte Verbindungen handelt, die die gleichen Angriffsstellen wie THC besitzen. Aufgrund der wesentlich höheren Wirksamkeit kann es im Vergleich zu natürlichem Cannabis schneller zu Vergiftungen kommen.» Andere Studien aus sehr seriösen Quellen reden bei häufigem Konsum sogar von einem Todesrisiko.

In den Medien geistert immer die Meldung von Todesfällen im Ausland herum. Fragt man in den regionalen Spitälern nach – was die bz vergangene Woche getan hat –, wissen diese meist von nichts. Wie erklären Sie sich das?

Vermutlich ist das schlicht ein zu neues Phänomen. Ich denke, Ärzte und Spitäler befinden sich bei der Diagnose noch in einer Lernphase.

Was wissen Sie darüber, wie das synthetische Cannabis bei den Konsumenten ankommt? Lässt sich der explodierende Boom, den Sie beschreiben, auch auf Käuferseite festmachen?

Aus Einvernahmen wissen wir, dass sich Jugendliche vor ihren Prüfungen etwa mit Amphetaminen aufputschen und danach mit Cannabis wieder «herunterkommen» wollen. Mit synthetischen Cannabinoiden besprühtes Gras hat jedoch eine ganz andere Wirkung: Die Wissenschaft beschreibt den Effekt des hundertfach oder sogar zweihundertfach stärkeren Kicks, den besprühter CBD-Hanf auslöst. Das wollen sicher nicht alle Konsumenten erleben. Ich kann aber verstehen, wenn Junge diese Wirkung ausprobieren wollen. An uns liegt es nun, viele Pflanzenanalysen durchzuführen, um zu erkennen, mit welchen Dimensionen wir es tatsächlich zu tun haben.

Brauchen Sie jetzt mehr Personal, um der Lage Herr zu werden?

Es wäre verfrüht, jetzt schon nach mehr Personal zu schreien. Ich denke, die Lösung muss in erster Linie regulatorischer Art sein. Das Bundesgericht hat festgestellt, dass Regelungen im Betäubungsmittelbereich in erster Linie Sache des Bundes sind. Gleichwohl besitzen die Kantone einen, wenn auch kleinen, Spielraum. Diesen Spielraum sollte man aber nutzen. Es gibt bereits drei Kantone mit interessanten Lösungsansätzen.

Welche?

In St. Gallen, Tessin und Graubünden müssen all jene, die Hanf anbauen wollen, sich bei den Behörden anmelden. Dann weiss man zumindest, wo überall Anlagen stehen. Graubünden macht es aus meiner Sicht besonders gut. Wer nicht angemeldet ist und erwischt wird, dessen Plantage wird auf eigene Kosten geräumt. Ob es um CBD- oder THC- Pflanzen geht, braucht dann nicht geprüft zu werden. So wie es bei uns vor 2016 üblich war, und wie es jetzt wieder ein erfolgversprechender Ansatz sein könnte.

Gibt es im Baselbiet bereits entsprechende politische Bemühungen hin zu einer solchen Lösung?

Das Beste wäre natürlich, der Bund würde sich für die ganze Schweiz zuständig erklären und uns entsprechende Instrumente in die Hand geben. Wir dagegen müssten uns zuerst klar werden, in welchem Bereich gesetzlicher Spielraum besteht. In Graubünden fällt die Bekämpfung von THC-Hanf unter die Massnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, die im Polizeigesetz geregelt sind. In St. Gallen und Tessin sind sie Bestandteil der Gesundheitsgesetzgebung.

Gibt es noch weitere Lösungsansätze, die Sie sich vorstellen könnten?

Momentan steht für mich dieser regulatorische Ansatz im Vordergrund. Natürlich muss man aber auch die Konsumenten besser informieren, wie gefährlich der Konsum von besprühtem CBD-Hanf sein kein. Die meisten Konsumenten scheinen noch keine Ahnung zu besitzen, was sie da rauchen. Sobald sie sich dessen bewusst werden, wird vielleicht die Nachfrage kollabieren. Den Konsumenten stinkt es doch, ständig mit jedem Säcklein, das sie kaufen, zum Drug-Checking zu rennen, nur um festzustellen, dass ihr teuer gekauftes Cannabis mit gefährlichen chemischen Substanzen behandelt worden ist.

Wäre es nicht am einfachsten, auch THC zu legalisieren, wie es jüngst einige Bundesstaaten in den USA getan haben?

Es ist immer heikel, wenn man als Mitglied einer Behörde Politik machen will. Solange es gesetzlich so vorgeschrieben ist, ist es meine Aufgabe als Staatsanwalt, die Menschen darauf hinzuweisen, welche Gefahren lauern können. Was wissenschaftlich anerkannt ist und was man gar nicht weiter hinterfragen muss: Das Kiffen im Adoleszenzalter birgt massive gesundheitliche Risiken. Dass in dieser Altersgruppe Cannabis konsumiert wird, wissen wir ebenso aus vielen Einvernahmen. Das ist Realität. Also braucht es zumindest in diesem Bereich Regulierungen, unabhängig von der Strafbarkeit.

Was aber noch nichts über die Art der Risiken aussagt.

Aufschlussreich finde ich hierbei die Erfahrungen unserer Jugendanwaltschaft. Einmal abgesehen von den gesundheitlichen Risiken gelten bei ihr jene Fälle als weniger problematisch, in denen junge Leute am Wochenende im Ausgang einzelfallweise massvoll Partydrogen einnehmen. Was ihnen wirklich Sorgen bereitet, sind jene Jugendlichen, die regelmässig Gras rauchen. Meine Kolleginnen und Kollegen haben den Begriff geprägt, dass diese Jugendlichen «schlaff» werden. Anstatt eine Lehrstelle zu suchen und sich um ihre Zukunft zu bemühen, schieben sie alle anstehenden Aufgaben immer weiter auf und verschlafen dadurch buchstäblich den Einstieg ins Berufsleben. Mein Eindruck ist, dass sich viele jungen Kiffer dieser Risiken überhaupt nicht bewusst sind. In eine Legalisierungsdebatte müssten unbedingt auch solche Aspekte einfliessen.

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