Die geplante Spitalfusion, über die das Volk in beiden Basel am 10. Februar 2019 abstimmt, kommt für Baselland teurer zu stehen als bisher bekannt: Der Kanton müsse wohl 10 Millionen Franken zusätzlich einschiessen, räumt der zuständige Regierungsrat Thomas Weber (SVP) gegenüber der bz ein. Bisher ist man davon ausgegangen, dass der Landkanton einmalig 11,4 Millionen Franken in die Fusion «seines» Kantonsspitals Baselland (KSBL) mit dem Unispital Basel (USB) einschiesst.

Damit soll gewährleistet werden, dass Baselland gemäss eingebrachten Werten zu mindestens einem Drittel am künftigen Universitätsspital Nordwest (USNW) beteiligt ist. Die sinkenden Patientenzahlen und der schlechte Geschäftsgang führen aber zu einem Wertezerfall des KSBL. Um diesen auszugleichen, muss der Kanton als Eigentümer mehr Geld einschiessen. Mit den geschätzten zusätzlichen 10 Millionen wären das insgesamt rund 21,4 Millionen Franken.

Der schlechte Zustand des KSBL ist Futter für die Fusionsgegner in der Stadt. Doch der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) weist dieses Argument zurück: Die Patientenverluste am KSBL seien grossteils vom USB aufgefangen worden; es finde also eine Verlagerung statt. «Die Spitalfusion hat in den Köpfen der Patienten bereits stattgefunden», sagt er. Auch Weber betont, dass die sinkenden Patientenzahlen am KSBL längst bekannte Gründe hätten und auch Folge des angestossenen Fusions-Projekts seien.

Unispital-Projekte verkleinern

Im grossen bz-Interview warnen die beiden Gesundheitsdirektoren eindringlich vor einem Nein am 10. Februar. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass gewerkschaftliche Kreise ein Interesse daran haben, ausgerechnet das grösste öffentliche Spital der Region zu schwächen.» Genau dies würde aber bei einem Nein geschehen. So müsste das Basler Unispital dann bereits angestossene Projekte redimensionieren. Dies, weil das Spital alleine ohne Partner nicht den nötigen Gewinn realisiere, um Investitionen selber finanzieren zu können. Auch im Baselbiet würde dann kaum alles beim Alten bleiben, warnt Weber. Entweder fahren die Spitäler ihre Kosten zurück oder sie bitten die Kantone um eine Finanzspritze. Zumindest für Baselland sehe er hierzu keine Bereitschaft, betont Weber.

__________

Das ganze Interview mit Lukas Engelberger und Thomas Weber können Sie in der heutigen bz nachlesen.