Sissach

Spruchrif rockt im neuen Album auf Baselbieterdütsch

Die Baselbieter Mundartband Spruchrif lässt sich nicht in eine Stil-Schublade stecken. zvg

Die Baselbieter Mundartband Spruchrif lässt sich nicht in eine Stil-Schublade stecken. zvg

Die Sissacher Band Spruchrif veröffentlicht ihr erstes Album, ab morgen ist es erhältlich. «Wir mussten aber bereits feststellen: Baselbieter Mundart stösst nicht überall auf Begeisterung», berichtet Sänger Roberto D’Agostini.

«Peter – Keine weiss wiso» heisst das erste Spruchrif-Album, das ab morgen Freitag in den Plattenläden steht. Das Thema des Titelsongs: Peter wird eines Tages am Bahnhof verprügelt – und niemand kennt den Grund, auch nicht die Sissacher Band selbst. Anklagen wollen sie mit dem Song niemanden, nur zum Denken anregen. Und was wollen sie mit ihrer CD erreichen? Den ersten Platz der Charts? Das wäre natürlich schön, finden die Musiker. «Aber wir machen uns keine Hoffnungen», verspricht Sänger und Gitarrist Roberto D’Agostini. «Wir freuen uns einfach über jede verkaufte CD – und an der nächsten arbeiten wir bereits.»

Die Musiker sind realistisch geworden. Lange genug sind die Bandgründer Roberto D’Agostini und Adrian Heid mittlerweile im Geschäft. «Wir machen seit wir 16 sind gemeinsam Musik», erzählt Adrian Heid. Eine Band folgte auf die andere. «Nach einer Weile lösten sie sich alle wieder auf», bedauert Roberto D’Agostini. «Deshalb haben wir beschlossen, zu zweit ein neues Projekt zu beginnen und uns auf die Suche nach weiteren Musikern zu machen.» Sie fanden Arturo Lopez und Bibiane Adamschik. Mit dem Bassisten und der Sängerin ist die Mitgliedersuche aber nicht zwingend abgeschlossen. «Wer Lust hat, bei uns mitzumachen, kann sich jederzeit melden.»

Stilistische Vielfalt

Und was macht ein Musiker, der zu Spruchrif gehört? Rock? Pop? Funk? «Unsere Songs unterscheiden sich stilistisch sehr stark», erklärt der Spruchrif-Sänger. Wichtig sei ihnen die Botschaft eines Lieds. Diese sollte ihrer Meinung nach immer von der Musik getragen werden. So kommt es schon mal vor, dass ein fast fertiger Song einfach über den Haufen geworfen und schliesslich in einem ganz anderen Stil aufgenommen wird.

Konstanten gibt es auf dem Spruchrif-Album aber trotzdem, vor allem das Baselbieterdütsch. «Wir mussten aber bereits feststellen: Baselbieter Mundart stösst nicht überall auf Begeisterung», berichtet Roberto D’Agostini. Ein Innerschweizer Radio zum Beispiel habe ihre Musik schon nur wegen des Dialekts abgelehnt. Davon lässt sich Spruchrif jedoch nicht beirren. «Warum sollten wir uns verstellen?», findet Adrian Heid, in dessen Studio Mimusig die Band ihr Album aufgenommen hat. «Mundart gibt einem die Möglichkeit, sich so zu vermitteln, wie man wirklich ist.»

Jeder Song hat eine Message

Einen hohen intellektuellen Anspruch möchten die Sissacher Musiker nicht erheben. «Unsere Musik soll einfach Spass machen», sagt der selbstständige Grafiker Roberto D’Agostini. «Man hört und liest jeden Tag so viel Negatives. Wir sind da eine Gegenbewegung und sagen uns: Wenn die Leute schon nach Unterhaltung suchen, soll sie positiv sein.»

Eine Message habe aber jeder Song. «Das ist auch das Ziel hinter unserer Musik. Heute fehlt leider vielen Songs eine Botschaft.» Auch Stilbreite sei für viele Bands mittlerweile ein Fremdwort, finden die Spruchrif-Musiker. Und häufig fehle die Melodie. «Unsere Lieder sind sehr melodisch. Man merkt halt, dass wir von den 80ern geprägt sind.» Wer hören möchte, wie sich von der Musik der 80er geprägte Baselbieter Mundart anhört, hat ab morgen die Gelegenheit.

www.spruchrif.ch

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1