Nachrücken

Ständerats-Nachrücken macht Baselbieter Nationalratswahl spannend

Am 20. Oktober ist es wieder soweit: Die Nationalräte sowie die Ständeräte werden gewählt. (Archivbild)

Am 20. Oktober ist es wieder soweit: Die Nationalräte sowie die Ständeräte werden gewählt. (Archivbild)

Die amtierenden sieben Baselbieter Mitglieder des Nationalrats können gelassen in die Wahlen vom 20. Oktober gehen. Drei von ihnen haben zudem Chancen auf den Ständeratssitz. Das macht bei Grünen, SP und FDP den Nachrück-Listenplatz für den Nationalrat begehrt.

Das Baselbiet wird derzeit im Nationalrat von Maya Graf (Grüne), Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP), Daniela Schneeberger (FDP), Thomas de Courten und Sandra Sollberger (beide SVP), Eric Nussbaumer und Samira Marti (beide SP) vertreten. Alle Bisherigen treten wieder an und haben gute Wahlchancen, nicht nur dank des Bisherigen-Bonus.

Ihre Wahlkampfpräsenz stärken Graf, Nussbaumer und Schneeberger damit, dass sie neben der grossen Kammer auch für die kleine kandidieren, für die Claude Janiak (SP) nach zwölf Amtsjahren nicht mehr antritt. Wer den einzigen Baselbieter Ständeratssitz erobert, lässt jemanden der eigenen Liste in den Nationalrat nachzurücken.

Gedränge in zweiter Reihe

Nachrück-Hoffnungen machen dürfen sich bei den Grünen primär Florence Brenzikofer, Vizepräsidentin der Grünen Schweiz, und alt Landratspräsident Philipp Schoch. Bei der SP im Fokus steht die Fraktionschefin im Landrat, Miriam Locher, und bei der FDP Kantonalpräsidentin Saskia Schenker oder Balz Stückelberger, beide ebenfalls im Kantonsparlament.

Ihre Nationalratslisten jeweils verbunden haben linke (SP, Grüne), rechte (FDP, SVP) und Mitte-Parteien (EVP, CVP, BDP,GLP). Das stärkt Schneider-Schneiter, die 2015 nur per Restmandat reüssiert hatte. Zudem präsidiert sie inzwischen die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates und die Handelskammer beider Basel und fiel als Fast-Bundesratskandidatin auf.

Jüngste Bisherige ist die 25-jährige Marti; sie war erst im Dezember für das finanzpolitische Schwergewicht Susanne Leutenegger Oberholzer nachgerückt. Dennoch darf auch Marti mit der Wiederwahl rechnen: Das rot-grüne Lager hat bei den kantonalen Wahlen Ende März zulasten der SVP markant zulegen können. Und die heftige «grüne Welle» der Klimabewegung dürfte ihr ebenfalls helfen.

Ständerat offen, zweiter Wahlgang

Für die kleine Kammer ist das Rennen offen. Vom Kandidatentrio Graf, Nussbaumer und Schneeberger gilt Graf als leichte Favoritin: 2015 hatte die weltoffene grüne Biobäuerin am meisten Stimmen aller Kandidierenden im bürgerlich dominierten Kanton Basel-Landschaft gemacht. Sie wäre eine doppelte Premiere als erste Frau und erste Grüne auf dem Baselbieter Ständeratssitz.

Als Vertreterin der politischen Mitte bewirbt sich zudem Ex-Landratspräsidentin Elisabeth Augstburger (EVP). Siegeschancen hat sie nicht, doch wem sie Stimmen abnimmt, bleibt abzuwarten. Mit diesem Andrang ist jedenfalls ein zweiter Wahlgang sicher.

Anhand der Stimmenzahlen des ersten Wahlgangs werden SP und Grüne wohl entscheiden, wer aus ihrem Lager im zweiten die besseren Karten hat: Graf oder Europa- und Energiepolitiker Nussbaumer. Derweil müsste die Oberbaselbieter Treuhänderin Schneeberger für den Sieg über die Rechte hinaus sowie auch in der bevölkerungsreichen Agglo ausreichend mobilisieren.

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