Parteipolitisch queerbeet, bildungspolitisch «zu 90 Prozent» einig: so präsentierte am Mittwoch das Komitee «Starke Schule Baselland» (SSBL) die Kandidierenden, die es für die Wahl in den National- und den Ständerat empfiehlt. SSBL-Geschäftsführerin Saskia Olsson begründete diesen Schritt damit, dass aus Sicht des Komitees das Harmos-Konkordat gescheitert sei und deshalb der Bund in die Schulhoheit der Kantone eingreifen müsse. Deshalb brauche es in Bern «versierte Bildungsleute». Diese seien mit Jürg Wiedemann (Grüne-Unabhängige, GU), Hans Furer (GLP) und Caroline Mall (SVP) sowie ihrer eigenen Person gegeben. Der Vorstand der SSBL – dazu zählt auch Wiedemann – habe sich für die Unterstützung dieser Personen jeweils einstimmig ausgesprochen. Ausschlaggebend bei Mall und Furer sei gewesen, dass Wiedemann mit ihnen in der Bildungskommission des Landrats jeweils sachpolitisch gut zusammengearbeitet habe.

GLP-National- und Ständeratskandidat Hans Furer sprach sich dafür aus, dass Lehrer wieder Respektspersonen werden müssten und sich der Rohstoff Bildung nach den Pestalozzi-Prinzipien «Kopf, Herz und Hand» ausrichten müsste. Caroline Mall versprach, in der grossen Kammer «produktiv und effizient mitzuwirken» und betonte, im Nationalrat «sollen nicht nur ältere Herren sitzen». Ihre bildungspolitische Kompetenz habe sie als Mutter von drei Kindern erworben.

Der Ex-Grüne Jürg Wiedemann, der aus der Partei ausgeschlossen wurde und die GU gründete, betonte, er habe zuerst gezögert, selbst zu kandidieren, um den Sitz von Maya Graf nicht zu gefährden. Die Wahlarithmetik zeige aber, dass Grafs Sitz so oder so verloren sei. Falls aber die Listenverbindung zwischen BDP, CVP, GLP und GU zustande komme, sei es möglich, dass diese einen zweiten Sitz erringe. GLP und GU hätten der Listenverbindung bereits zugestimmt. Die Frist für das Anmelden von Listenverbindungen läuft am kommenden Montag ab.