Am vergangenen Wochenende hat das Oldtimer-Museum Pantheon in Muttenz sein zehnjähriges Bestehen gefeiert – dies in eher bescheidenem Rahmen. Am 16. August 2008 eröffnete der Basler Bauunternehmer Stephan Musfeld im markanten Rundbau der einstigen Reparatur- und Maschinenhalle Züblin sein Automobil-Forum. Dieses hat seither mit seiner Dauerausstellung und in insgesamt 22 Sonderausstellungen rund 15 000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr angelockt.

Dabei soll das Pantheon nicht nur Präsentierraum schöner alter Automobile sein, sondern auch ein Mittelpunkt der regionalen Oldtimer-Szene. Neben dem Oldtimer-Verkauf und -Verleih bietet die integrierte Classic-Garage Reparatur- und Restaurations-Leistungen an, und Oldtimer-Besitzer können nebenan ihre eigene Auto-Box mieten.

So stolz er auf das bisher Erreichte ist, so unzufrieden ist Musfeld mit dem Kanton Basel-Stadt. Seit Jahren versucht er, sein Pantheon auf die offizielle Basler Museumsliste zu hieven – bisher umsonst. Im Gegensatz etwa zu Gigi Oeris «Spielzeug Welten Museum» am Barfüsserplatz wird das Muttenzer Oldtimer-Forum auf der offiziellen Liste der Abteilung Kultur des Basler Präsidialdepartements nur pauschal unter «weitere Museen» geführt.

Stephan Musfeld, weshalb figuriert Ihr Pantheon noch immer nicht auf der Basler Museumsliste?

Stephan Musfeld: Der vormalige Basler Kulturbeauftragte Philippe Bischof wollte das nicht. Wir seien ein kommerzieller Betrieb, hat er mir mehrfach beschieden. Dreimal hintereinander habe ich abschlägige Entscheide erhalten. Dabei sind alle Museen bis zu einem gewissen Grad kommerzielle Unternehmen.

Man hört deutlich Ihre Frustration. Haben Sie inzwischen in dieser Frage resigniert?

Nein, ich werde jetzt einen neuen Anlauf nehmen, in der Basler Kulturabteilung sind ja jetzt neue Leute am Ruder. Alle notwendigen Formulare habe ich schon vor einiger Zeit eingereicht, allerdings seither nie wieder etwas gehört.

Die Frage stellt sich schon, wieso der Staat die private Sammelleidenschaft eines reichen Bauunternehmers unterstützen sollte. Oder geht es Ihnen bloss um die fehlende Anerkennung?

Ich verlange keine Ehrung für mich und auch keine dauerhafte Subventionierung. Es geht mir nur darum, dass Touristen in den offiziellen Verzeichnissen auch unser Museum finden, wenn sie nach Basel kommen. Für die beiden nicht-autobezogenen Sonderausstellungen zu den Zweirädern und jetzt aktuell zur Elektromobilität haben wir übrigens aus den kantonalen Lotteriefonds Unterstützungsbeiträge erhalten.

Und damit waren Sie zufrieden?

Es könnte immer noch mehr sein, aber ich war zufrieden.

Wie ist das Verhältnis zum Kanton Baselland?

Sehr positiv, da kann ich nichts Negatives sagen.

Wie viel kostet Sie das Pantheon? Mit welchem Budget operieren Sie?

Wir geben keine Geschäftszahlen bekannt, das habe ich schon immer so gehalten. Was ich sagen kann: Dadurch, dass wir für das Museum kein Personal fest angestellt haben, ist der Betrieb selbsttragend. Mit Festanstellungen würde es finanziell nicht aufgehen.

Sie müssen also nicht aus Ihrer Privatschatulle das Pantheon subventionieren?

Nein.

Rückblickend auf das erste Jahrzehnt: Welche Entwicklung hat Sie am meisten überrascht?

Ich hätte nie gedacht, dass wir gleich von Anfang von Null auf Hundert loslegen würden. Im ursprünglichen Konzept waren gar keine Sonderausstellungen vorgesehen. Und doch konnten wir schon rund 600 aussergewöhnliche Fahrzeuge zusätzlich zu unserer Dauerausstellung zeigen. Inzwischen melden sich Oldtimer-Besitzer sogar von sich aus bei uns, wenn sie vernehmen, dass eine neue Sonderausstellung geplant ist.

Wie soll es mit dem Pantheon nach dem ersten Jahrzehnt weitergehen?

Wir sind tatsächlich gerade daran, uns grundsätzliche Gedanken zur Zukunft zu machen. Ich bin soeben 65 geworden, offiziell also im Pensionsalter. Vor kurzem ist mein Sohn Dominik zu 100 Prozent zur Musfeld AG gestossen, was mich sehr freut. Somit ist er automatisch in die weitere Entwicklung im Pantheon involviert. Mit der Veranstaltungsreihe «Pantheon goes live» mit Musikveranstaltungen ist ein neuer Aspekt hinzugekommen, den wir künftig noch verstärken möchten. Bei den Fahrzeugen geht es darum, zusätzliche wertvolle Exponate für die Dauerausstellung zu gewinnen. Details kann ich da noch keine verraten; nur so viel, dass es sich dabei um Oldtimer-Automobile handelt.

Wollen Sie räumlich ausbauen?

Die Überlegungen sind da, dass wir künftig mehr Platz benötigen. Unsere jetzige Lage in Stadtnähe ist jedoch unbestritten. Irgendwo hinten im Fricktal würde das Pantheon nicht funktionieren. Auf unserem Arealteil, wo jetzt noch Pneu Egger steht, wird sich in Zukunft bestimmt etwas tun.

Gibt es irgendetwas Grundsätzliches, das Sie im Pantheon noch vermissen?

Ein grundsätzliches Manko fällt mir jetzt nicht gerade ein.

Sie könnten ein Angebot für die Kinder schaffen, die sich langweilen, wenn sie mit ihrem autovernarrten Papi mitgeschleppt werden.

Ja, das könnten wir. Solche Angebotserweiterungen, auch im audiovisuellen Bereich, wollen wir gezielt im Rahmen der entsprechenden Ausstellungsthemen realisieren; etwa mit «Elektroauteli» für die Kleinen.

Und Ihr grösster Wunsch für die nächsten zehn Jahre?

Ich würde es gerne sehen, wenn das Pantheon noch besser genützt würde und noch mehr Leute kämen. Und die Medien mehr über uns berichten würden. Die aktuelle Sonderausstellung «Unter Strom» zieht nicht so gut wie andere vor ihr. Da könnte mehr Publizität nicht schaden.