Der Kanton hat mit der Baselland Transport AG (BLT) und der Liestaler Autobus AG (AAGL) Zielvereinbarungen für den Betrieb von 18 Buslinien im Oberbaselbiet (10 AAGL, 8 BLT) sowie acht BLT-Buslinien in der Agglomeration abgeschlossen. Dies geht aus einer Vorlage der Regierung zu einem Postulat von FDP-Landrat Christoph Buser hervor. Die Vereinbarungen seien im März und April unterzeichnet worden und gälten für die Jahre 2020 bis 2023, heisst es.

Eine weitere Zielvereinbarung mit der Postauto AG für Linien im Laufental und Oberbaselbiet soll bis im Sommer 2019 vorliegen. Mit den Vereinbarungen will der Kanton auf den Buslinien Kosten sparen; er verzichtet vorläufig auf das schärfere, aber aufwändigere und unvorhersehbare Instrument der Ausschreibung.

Die Diskussion um die Ausschreibung von Buslinien war vor rund zwei Jahren in Gang gekommen: Dies durch Aussagen von BLT-Verantwortlichen, die Buslinien der AAGL selber rund 2 Millionen Franken günstiger pro Jahr anbieten zu können. Mit einer Ausschreibung der Linien hätte überprüft werden können, ob die von der BLT in Aussicht gestellten Einsparungen auch realistisch sind. Die BLT relativierte allerdings Anfang 2019 diese Summe: Der volle Spareffekt käme lediglich bei einer Fusion mit der AAGL zustande.

Regierung krebst zurück

Um wie viel günstiger die AAGL (und auch die BLT) die von ihr betriebenen Buslinien künftig anbieten muss, ist nicht klar: Die Zahlen sind vertraulich. Die Regierung betont im Schreiben zu Busers Vorstoss, dass die Baselbieter Unternehmen ihre Leistungen gemäss einer Benchmarkanalyse mit 500 Buslinien aus mehreren Kantonen «zu branchenüblichen Kosten erbringen – auch die AAGL». Damit krebst die Regierung gegenüber früheren Aussagen zurück. Noch vor wenigen Monaten war die Devise eine andere: Entweder bietet die AAGL ihre Buslinien künftig um 2 Millionen Franken günstiger an, oder sie verliert die Konzession.