Die 50'000 Franken im Jahr fliessen als Abgeltung für eine Aktion namens "Take that Ticket". Diese ermöglicht 3000 Jugendlichen, Qualifikationsmatches für das Hauptturnier gratis zu besuchen. Der Landrat hatte das SVP-Postulat für die Streichung Anfang 2017 überwiesen; nun stand die Antwort der Regierung zur Debatte.

Die Verwendung der Swisslos-Gelder steht in der Kompetenz der Regierung; 50'000 Franken sind dabei der Maximalbeitrag. Die Regierung will denn auch an diesem Zuschuss festhalten, weil das Tennisturnier mit seiner Ausstrahlung auch Wertschöpfung generiere und den Standort fördere. Bei einem Stopp müsste sie ihre Zuschusspolitik breit überprüfen, hatte sie im Juni gewarnt.

Im Landrat liess sich nun die SVP nicht beeindrucken: Der Baselbieter Zustupf mache ein Viertelprozent des Budgets des hoch kommerziellen Anlasses aus. Die CVP verwies auf allein 2,5 Millionen Franken Preisgelder, die die Swiss Indoors ausschütteten, während der klamme Kanton die 50'000 auch anderswo einsetzen könnte.

Quer durch Blöcke

Während sich SVP, CVP und SP dafür stark machten, den Vorstoss stehen zu lassen, also die Streichungs-Forderung nicht abzutischen, plädierten Grüne und FDP für Abschreiben. Die FDP sprach von Breitensportförderung, wobei die Abgrenzung zum Spitzensport nicht einfach sei. Vor allem sei die Regierungskompetenz nicht zu beschneiden.

Die Grünen pochten auf der getrennten Betrachtung der verschiedenen Kassen: Der Swisslos-Fonds helfe sehr vielen, und ein Aus für die Swiss Indoors-Gelder könnte auch für andere Veranstalter unangenehme Folgen haben. Die Ticket-Aktion sei sehr gefragt an den Schulen.

So kam es beim Landratsentscheid zu einer ungewöhnlichen Konstellation quer durch die beiden Blöcke. Der Antrag der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission, das Postulat stehen zu lassen, wurde mit 45 gegen 28 Stimmen bei einer Enthaltung relativ deutlich unterstützt.