Coronavirus

Studentin aus Zwingen erzählt von ihrer Rückreise aus Costa Rica: «Die Coronakrise hat meinen Sprachaufenhalt abrupt beendet»

Vanessa Mühlheim in Costa Rica.

Vanessa Mühlheim in Costa Rica.

Die Sport-Studentin Vanessa Mühlheim aus Zwingen erzählt, wie sie nach einer Odyssee aus Costa Rica zurück in die Schweiz reiste.

«Meine Zeit in Lateinamerika hatte ich mir anders vorgestellt. Kaum hatte sie begonnen, war sie auch schon wieder vorbei. Als eine von Tausenden musste ich in den vergangenen Tagen zurück in die Schweiz reisen. Bis ich im Flugzeug sass, wurde jedoch meine Geduld stark in Anspruch genommen.
Eigentlich sollte Costa Rica nicht die letzte Station meines Sprachaufenthalts sein. Nach fünf Wochen in einer Sprachschule in der Küstenstadt Puerto Viejo de Talamanca wollte ich in die Hauptstadt San José reisen. Von dort aus sollte es weiter nach Kolumbien gehen, wo ich weitere fünf Wochen verbringen wollte. Die Coronakrise machte mir aber einen dicken Strich durch die Rechnung.

Die Airlines schränkten ihren Betrieb stark ein

Die immer angespanntere Lage war auch in Costa Rica zu spüren: So schlossen die Bars und ein Teil der Restaurants. Es war nicht mehr möglich, an den Strand zu gehen. Als der Bund dann die im Ausland weilenden Schweizerinnen und Schweizer aufrief, in die Heimat zurückzukehren, galt es ernst. Wohl oder übel musste ich meine Pläne über Bord werfen.

Händeringend suchte ich nach Flügen zurück in die Schweiz. Mehrere Male dachte ich, dass ich einen Flieger gefunden hatte, der mich nach Hause bringt. Immer wieder wurden die Flüge storniert, was an meinen Nerven zerrte. Die Fluggesellschaften schränkten den Betrieb aufgrund von Corona ein.
Glücklicherweise stand meine Mutter mit den Schweizer Behörden in Kontakt. Es hiess dann, dass die Schweiz einen Charterflug von San José nach Zürich in Abklärung hätte. Kurz darauf erhielt ich die Bestätigung. Das Ziel der Edelweiss-Maschine war es, Schweizer Touristen aus Zentralamerika auszufliegen. Am selben Tag sollte mit demselben Auftrag im Flugzeug von Casablanca in die Schweiz fliegen. Ich war Teil der Rückholaktion des Bundes.

Im Flugzeug wurde kein Desinfektionsmittel verteilt

Am eher kleinen Flughafen musste ich lange warten. Hinein kam nur, wer ein gültiges Ticket und einen Pass besass. Die Security achtete darauf, dass man Abstand zueinander hielt. Viele Reisende trugen Schutzmasken.

Solche, wie auch Desinfektionsmittel, wurden anschliessend im Flugzeug keine verteilt. Gemeinsam mit 150 anderen Schweizerinnen und Schweizern sass ich im Flieger nach Hause. Dass dort, wie andere Passagiere den Medien berichteten, etliche Personen gehustet hätten, kann ich nicht bestätigen. Der Nachtflug dauerte zehn Stunden und verlief ruhig. Als ich in Zürich ankam, war ich zwar froh, wieder in der Schweiz zu sein. Die Trauer über das Ende der Reise war aber riesig.

Ich würde mir wünschen, den Sprachaufenthalt fortzusetzen. Momentan befinde ich mich in der Rückkehrern verordneten zehntägigen Quarantäne. Auf dem Sofa habe ich genügend Zeit, um Spanisch-Wörtli zu lernen. Sie vor Ort anzuwenden, wäre mich aber lieber.»

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