Sturm Sabine

Sturm-frei im Baselbiet - aber nur, wenn die Eltern es wollen

Der Kanton überlässt es den Eltern, ob sie ihre Kinder während «Sabine» zur Schule schicken. In der Stadt bleibt der Unterricht obligatorisch.

In Deutschland gaben viele Schulen bereits am Sonntagnachmittag bekannt, dass der Unterricht am Montag ausfallen würde. Zu gross sei das Risiko für die Schüler, während des Sturms «Sabine» den Schulweg anzutreten. Am späten Nachmittag reagierten auch die ersten Schweizer Gemeinden – darunter Kleinlützel im Schwarzbubenland – und sagten den Unterricht ab.

Im Baselbiet war zu jenem Zeitpunkt hingegen noch unklar, ob der Unterricht stattfinden würde. Erst um 1.30 Uhr morgens meldete sich der Kanton via Medienmitteilung, um 2.45 Uhr auf Twitter: Eltern dürften am Montag und Dienstag selber entscheiden, ob der Schulweg zumutbar sei. Weshalb kam die Entscheidung des Krisenstabs so spät? «Die Wetterlage entwickelte sich konstant und sehr unterschiedlich in den Bezirken», erklärt Fabienne Hohl, Mediensprecherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD). Es sei daher nicht möglich gewesen, den Entscheid früher zu treffen. Doch wenn schon so ein kurzfristiger Entscheid: Weshalb dann gleich für beide Tage? Darauf antwortete die BKSD bis gestern Abend nicht.

«Eltern kennen die Schulwege am besten»

Doch nicht nur der Zeitpunkt der Mitteilung macht stutzig. Auf Twitter sorgt auch die Lösung für Kritik: Es wäre sinnvoller gewesen, hätte der Kanton eine Entscheidung getroffen, statt die Eltern zu Hause mit den Kindern diskutieren zu lassen, meint ein User. Der kantonale Krisenstab wolle nur nicht für die Einschätzung der Gefahr verantwortlich sein, kritisiert ein anderer. Der Kanton rechtfertigt sich: Die Situation auf den Schulwegen sei je nach lokalen Gegebenheiten unterschiedlich. «Die Eltern kennen die Schulwege am besten und können das Sicherheitsrisiko am besten einschätzen», sagt Hohl. In der Stadt ist die Situation klarer: Die Schule fällt nicht aus. «Wir haben das ausführlich diskutiert. In ländlichen Gebieten ist die Gefahrenlage eine andere als in Basel», erklärt Simon Thiriet, Leiter Kommunikation des Erziehungsdepartements.

Gestrandete Zugreisende am Badischen Bahnhof

Nicht nur Schulen mussten wegen «Sabine» schliessen: Im Basler Zolli blieben gestern alle Bereiche ausser dem Vivarium präventiv geschlossen. Weiter hat der Sturm im Verkehr für Chaos gesorgt. Am Badischen Bahnhof sind am Montagmorgen Zugreisende gestrandet, da die Deutsche Bahn den Fernverkehr einstellen musste. Auch am Euro-Airport kam es zu Ausfällen (laut SRF seien 180 Starts und Landungen ausgefallen). In Lörrach kam es zudem zu Strassensperrungen.

In der Region blieben die Strassen weitgehend unversehrt: Die rund 45 Notrufe, die bei der Baselbieter Polizei eingegangen sind, betrafen grösstenteils heruntergefallene Dachziegel oder umgestürzte Bäume, wie Mediensprecher Adrian Gaugler sagt. Die Schäden konnten jedoch schnell behoben werden. Auch in der Stadt handelte es sich bei den rund 30 Einsätzen hauptsächlich um teilweise abgedeckte Dächer, abgebrochene Äste, umgewehte Bäume oder Bauabschrankungen.

Nur geringe Schäden in der zweiten Sturmnacht in der Region Basel

(sda) Der Wintersturm "Sabine" hat in der Nacht auf Dienstag in der Region Basel nur noch geringe Schäden verursacht. Personenschäden seien keine registriert worden, teilten die Polizeisprecher der beiden Basel am Dienstag mit.

Seit Montagnachmittag gingen bei den Baselbieter Rettungsdiensten 19 Meldungen wegen umgestürzter Bäume und Bauabschrankungen sowie Schäden an Dächern ein, meldete die Baselbieter Polizei auf Anfrage. Menschen wurden keine verletzt und Strassen mussten nicht gesperrt werden. Es sei also "sehr glimpflich ausgegangen", so das Fazit des Sprechers der Baselbieter Polizei.

Auch im Stadtkanton gab es in der Nacht auf Dienstag keine ausserordentliche Schadensmeldungen mehr. Die Berufsfeuerwehr sei noch mit "einer guten Handvoll" Einsätzen wegen abgebrochener Äste, gelösten Dachziegeln, Gegenständen auf der Strasse und umgewehter Bäume beschäftigt gewesen, teilte der Mediensprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements mit. Personenschäden seien keine bekannt.

Im Kanton Baselland blieb der Schulbesuch am Dienstag nach wie vor Ermessenssache der Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten. Der Kantonale Krisenstab hatte diese Direktive in der Nach auf Montag herausgegeben.

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