Bis Dezember müssen alle Parteien ihre Kandidaten für die Landrats-Gesamterneuerungswahlen vom 8. Februar 2015 der Landeskanzlei mitgeteilt haben. Die SP etwa führt ihre Nominationsveranstaltung am 8. November durch. Die Sektionen können noch bis September Vorschläge einreichen. Das ist Courant normal. Anders die SVP Baselland: Bereits vergangene Woche verkündete Präsident Oskar Kämpfer an der Generalversammlung stolz, dass die Sektionen der Parteileitung bereits sämtliche 90 Namen gemeldet haben. 90 Namen für 90 Landratssitze.

SP lässt sich nicht hetzen

«Den Auftrag dazu haben wir den Sektionen schon vergangenen Oktober erteilt», sagt Kämpfer zur bz. Dass die SVP derart früh dran ist und sämtliche anderen Parteien um Monate abhängt, ist dabei hartes Kalkül. Die Partei hat 2014 ein grosses Ziel: Sie will die Fusionsinitiative bodigen. Und nun hat sie auf einen Schlag 90 «Botschafter gegen die Fusion», wie sie die Kandidaten an der GV selbst betitelte.

Kämpfer ist überzeugt, dass die Verknüpfung von Abstimmung und Wahl den Kandidaten zugute kommt: «Sie haben dramatisch höhere Wahlchancen, wenn sie sich gegen die Fusion engagieren.» Daraus aber einen Zwang zum Anti-Fusions-Kampf zu lesen, sei falsch. «Wenn gewisse Kandidaten sich aufgrund ihres Berufes nicht zu stark exponieren können, verstehen wir das natürlich», so Kämpfer. Es genüge, wenn man im privaten Umfeld gegen die Kantonsfusion weible. An der GV wurden zehn Kandidaten exemplarisch nach vorne gebeten. Die kompletten Listen würden laut Kämpfer Ende Mai publiziert.

«Das ist doch ein Theaterspiel», kommentiert SP-Parteisekretär und Landrat Ruedi Brassel den Frühstart der Konkurrenz. Die SP werde an ihrem Zeitplan festhalten. «Die Abstimmung zur Fusionsinitiative wird ja bereits im Herbst stattfinden. Diese Verknüpfung ist daher jenseits von Gut und Böse.»

Zumindest momentan kann die Baselbieter SVP mit ihrem Vorpreschen auch keine Unterstützung von ihrer Basler Schwesterpartei erwarten. «Die SVP Basel-Stadt ist bei der Fusionsfrage ja gespalten. Es wird von uns also sicher kein Manifest zur Unabhängigkeit der Stadt oder Ähnliches geben», sagt SVP-Grossrat Joël Thüring auf Anfrage. Es werde wohl einfach ein Komitee geben, das sich für ein Nein einsetzt, aber noch nicht jetzt. Auch die finanziellen Ressourcen seien beschränkt. Kämpfer dagegen kündigt bereits an: «Das war erst der Start. Wir werden noch mit einigen Aktionen zu überraschen wissen.»