Swiss Indoors

SVP stört sich an Baselbieter Geldern für den Schriftzug «Basel»

Dieser Baselbieter beteiligt sich schon länger an den Swiss Indoors in Basel

Dieser Baselbieter beteiligt sich schon länger an den Swiss Indoors in Basel

Baselland beteiligt sich mit 250 000 Franken an der gemeinsamen Standortwerbung mit Basel-Stadt auf dem Centre-Court der Swiss Indoors. Dies stösst dem Grellinger SVP-Landrat Georges Thüring sauer auf.

Geschätzte 2,8 Millionen Dollar kostete ein 30-Sekunden-Werbespot am Fernsehen während des diesjährigen Endspiels um die US-Footballmeisterschaft. Im Vergleich zur Super Bowl sind jene 250000 Franken geradezu ein Schnäppchen, die der Kanton Baselland in den nächsten drei Jahren für sein neues Marketingengagement an den Swiss Indoors aufwenden wird. Mit dieser Summe beteiligt sich das Baselbiet erstmals am Werbeauftritt der beiden Standortkantone. Dafür prangt wie schon in den vergangenen vier Jahren der Schriftzug «Basel» auf dem Bodenbelag des Centre-Court, der einer halben Milliarde TV-Zuschauern während der Tennisübertragungen ins Auge springen wird.

Kritik von SVP-Seite

Bisher gab der Landkanton im Zusammenhang mit dem Weltklasseturnier «nur» 50000 Franken pro Jahr für 3000 Gratiseintritte im Rahmen der Jugendaktion «Take that Ticket» aus. Der neue Betrag von total 300000 Franken für die Jahre 2011 bis 2013 wird – wie schon das Geld für die Jugendaktion – aus dem kantonalen Swisslos-Sportfonds fliessen.

Für die Baselbieter Regierung ist das bestens investiertes Geld. Bei der Neuregelung des Werbekonzepts nach dem erzwungenen Weggang des bisherigen Titelsponsors Davidoff konnte der Kanton «von vorteilhaften Bedingungen» profitieren, wie Regierungspräsident Jörg Krähenbühl feststellt. Der Preis für den Schriftzug liege «ein Mehrfaches unter dem üblichen Marktpreis».

Mit dieser Aussage kann Krähenbühls Parteikollege Georges Thüring nur sehr wenig anfangen. Eine Viertelmillion Baselbieter Franken dafür, dass einzig der Name «Basel» in die Welt hinausgetragen wird, ist für den Grellinger SVP-Landrat «zu wenig». Und Thüring reibt sich nicht nur am aus seiner Sicht «ungenügenden Gegenwert» des Sponsoring-Deals: Dass dieses zusätzliche finanzielle Engagement nie im Vorfeld öffentlich gemacht wurde und erst aus der regierungsrätlichen Antwort auf Thürings Interpellation im Landrat vom November 2010 hervorgeht, ist für ihn schlechter Stil. Damit befindet sich Baselland allerdings in bester Gesellschaft. Auch die städtische Regierung hat bisher noch nie offiziell die geschätzten 250000 Franken bestätigt, die sie seit 2007 für den jährlichen Bodenlogo-Werbeauftritt in eigener Kompetenz bewilligt. 2010 kam eine weitere ausserordentliche Viertelmillion für die Bandenwerbung hinzu.

Der Laufentaler SVP-Mann bezeichnet sich als Tennis-Fan, der jedes Jahr die Swiss Indoors besucht. Doch die Baselbieter Swisslos-Fonds-Gelder sähe er lieber für den Breitensport im Landkanton eingesetzt. «Auch die Erträge aus den Lotteriegeldern gehören dem Volk», sagt Thüring. Ein Grossanlass wie die Swiss Indoors solle sich lieber über privatwirtschaftliches Sponsoring finanzieren.

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