Investition

SVP zerzaust Pläne für Schwimmhalle

Wettkampfschwimmerinnen und sonstige begeisterte Schwimmer wünschen sich in der Region Basel ein 50-Meter-Innenbecken. bz-archiv

Wettkampfschwimmerinnen und sonstige begeisterte Schwimmer wünschen sich in der Region Basel ein 50-Meter-Innenbecken. bz-archiv

Die Region Basel denkt laut über den Bau einer gemeinsamen Schwimmhalle nach. Doch wie soll die Halle finanziert und wo soll sie gebaut werden? Die Partnerschaftsidee stösst im Baselbiet auf Skepsis.

Seit Jahren sehnen die Schwimmer in der Region eine Halle mit einem 50-Meter-Becken herbei. Nun hat Basels Regierungsrat Christoph Eymann eine Idee, wie man ein solches Projekt finanzieren könnte: indem man Baselland mit ins Boot nimmt und die Halle gemeinsam finanziert (bz vom Samstag). Damit soll der Partnerschaftsgedanke neu im Bereich Sport gepflegt werden, nachdem dies im Kulturbereich nicht geklappt hat.

Bei den Baselbieter Bürgerlichen löst diese Initiative aus der Stadt aber vor allem Stirnrunzeln aus. Eine kleine Umfrage bei den Gegnern des Theaterkredits zeigt: Auch einen Beitrag an eine Schwimmhalle würden sie ablehnen. Nach dem Theaterdebakel könnte der Region so ein Sportdebakel drohen.

Der Hauptgrund für die Ablehnung ist der gleiche wie bei der Theaterabstimmung: Baselland könne sich in der derzeitigen Finanzlage solche Extravaganzen nicht leisten. «Momentan sehe ich keine grosse Chance für solche Rieseninvestitionen», hält Karl Willimann fest, SVP-Landrat aus Füllinsdorf und Präsident der landrätlichen Sportkommission.

Falscher 50/50 Ansatz

Sein Parteikollege Hans-Jürgen Ringgenberg aus Therwil bläst ins gleiche Horn: «Dafür haben wir keine finanziellen Mittel zur Verfügung.» Beide sagen ganz offen, dass sie selbst bei Sportprojekten Mühe haben mit dem Partnerschaftsgedanken. Denn: «Immer, wenn Basel-Stadt mit einem solchen Steilpass kommt, wird es teuer für uns», moniert Ringgenberg. Der bei solchen Projekten propagierte 50/50-Ansatz – Stadt und Land zahlen je die Hälfte – sei falsch, fährt er fort.

Stattdessen solle man beim Finanzierungsschlüssel die Finanzkraft des Kantons berücksichtigen. Da Baselland ein viel niedrigeres Pro-Kopf-Steuereinkommen habe, müsse es dementsprechend viel weniger zahlen, meint Ringgenberg.

«Standort spielt nicht so eine Rolle»

Parteikollegin Daniela Gaugler aus Lausen befürchtet ausserdem, dass Baselland zu wenig Mitspracherecht hätte. «Bei solchen Projekten ist es meistens so, dass Basel-Stadt die Marschrichtung vorgibt und Baselland einfach nur zahlt», sagt sie. Darum fordert sie einen Vertrag, in dem geregelt ist, dass beide Kantone gleich viel zu sagen haben.

Bei der Standort-Frage zeigen sich die Projekt-Skeptiker indes gelassen: «Ob die Halle auf Basler oder Baselbieter Boden zu stehen käme, spielt nicht so eine Rolle», erklärt Ringgenberg. «Wichtig ist, dass sie für die Schwimmbegeisterten gut erreichbar ist.» Auch für Willimann ist klar: «In Langenbruck macht eine solche Halle keinen Sinn. Am ehesten denkbar ist sie in Stadtnähe.»

Vorläufig bleibt aber eine grosse Schwimmhalle ein Traum – «wie schon seit Jahrzehnten», wie Thomas Beugger, Leiter des Baselbieter Sportamtes, erklärt. Er hängt an: «Wenn eine solche Halle von beiden Basel mitfinanziert würde, wäre die Chance, dass sie realisiert wird, grösser.»

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