Baselbieter Genusswochen

«Tausendsassa der Küche» im Zentrum

Der Star der diesjährigen Baselbieter Genusswochen: der Kürbis.

Der Star der diesjährigen Baselbieter Genusswochen: der Kürbis.

Morgen startet die 8. Ausgabe der Baselbieter Genusswochen. Dabei dreht sich alles um die grösste Beere der Welt, den Kürbis.

Orange ist an diesem Samstagvormittag die dominierende Farbe am Genussmarkt Liestal. Das hat seinen Grund, dient er doch als Auftakt für die Baselbieter Genusswochen, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des Kürbisses stehen. Sogar ein «Malen mit Schalen»-Stand, bei dem die Künstlerin Nicoletta Stalder mit Hilfe von Jung und Alt aus Kürbisschalen Mandalas, Kometen und andere Artefakte auf dem Boden kreiert, passt bestens ins Bild.

Der Kürbis ist heuer die «Spezialität des Jahres» und löst damit die Mirabelle ab. «Er gilt als der Tausendsassa der Küche», weiss Michael Kumli. Der Geschäftsführer Baselland Tourismus und Präsident des Vereins IG Baselbieter Genusswochen sieht einige Gemeinsamkeiten zwischen der «grössten Beere der Welt» und dem Baselbiet: «Beide bestechen durch eine Vielfalt, die begeistert – deshalb gibt es in beiden Bereichen immer wieder Überraschendes zu entdecken!»

Durchführung des Anlasses stand auf der Kippe

Dass die Baselbieter Genusswochen auch in diesem Jahr stattfinden, ist «nicht selbstverständlich», wie Kumli betont. Gleichzeitig hat der Anlass wohl selten so viel Sinn gemacht wie jetzt, denn seit Beginn der Coronakrise erfreuen sich die Hofläden immer grösserer Beliebtheit. Was die Region weiter alles zu bieten hat oder was eigentlich alles regional wächst, kann man nun im Rahmen der Genusswochen entdecken. Doch nicht nur das: «Man kann den Genuss erleben, spüren, schmecken», wie es Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler formuliert.

Mehr als 100 Veranstaltungen verteilt auf das ganze Baselbiet finden vom 1. bis 30. September statt. «Regional, saisonal und frisch», lauten die drei Adjektive, die Michael Kumli immer wieder über die Lippen kommen. Der IG-Präsident gesteht, dass es infolge von Corona heuer rund 50 Anlässe weniger als noch 2019 sind. Angebote für grössere Gruppen wie Workshops für mehrere Dutzend Leute sind aus Infrastrukturgründen teilweise nicht durchführbar. Effektive Absagen gab es nur wenige, was Kumli ebenso freut wie die Tatsache, dass sich die Veranstalter «extrem lösungsorientiert» gezeigt hatten. Das überrascht nicht, denn für die Anbieter haben die Baselbieter Genusswochen eine grosse Bedeutung.

Nicht alle Kürbisse haben eine orange Farbe

«Es ist die ideale Plattform, um im ganzen Kanton auf sich aufmerksam zu machen», sagt beispielsweise Nick Hänggi von «Simply im Rössli». Das Laufner Restaurant ist zum dritten Mal Teil der Genusswochen.
Kürbismässig am besten ausgerüstet ist wohl die Obere Wanne. Das Liestaler Hofgut präsentiert am Genussmarkt eine Auswahl der orangen Beeren, die oft gar nicht orange sind und für den Laien oftmals gar nicht wie Kürbisse aussehen. «Am Anfang dachte ich auch, dass alle Kürbisse orange sind», lacht Nadia Graber von der Oberen Wanne. Weil sie seit 25 Jahren diese Gewächse anpflanzt, ist sie mittlerweile zur Expertin geworden.

Etwa je 70 Speise- und Zierkürbissorten werden auf dem Hof angebaut. Für die Bäuerin ist klar: «Der Kürbis ist mittlerweile zu einem bedeutenden Gemüse geworden.» Ein weiterer Grund, ihn an den Genusswochen ins Zentrum zu stellen.

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