Überlastet

Taxis an Festtagen: Nichts ging mehr

Taxis in Basel waren heillos überfordert.

Taxis in Basel waren heillos überfordert.

An den Weihnachtstagen stellten das Winterwetter und der grosse Ansturm die Taxiunternehmen vor Probleme. Manche Kunden mussten eineinhalb Stunden warten.

Schnee und Eis haben an den Weihnachtstagen alle Verkehrsträger vor grosse Herausforderungen gestellt. Das Basler Taxigewerbe hatte allerdings mit den grössten Problemen zu kämpfen. Eineinhalb Stunden ab dem vereinbarten Termin mussten unzählige Kunden am Freitag- und Samstagabend auf das bestellte Taxi warten. Am Sonntag waren die Wartezeiten kürzer, aber immer noch bedeutend länger als üblich. Viele Wartende riefen mehrmals der Taxizen-trale an und mussten feststellen, dass das Telefon nicht abgenommen wird.

Die prekären Strassenverhältnisse und ein riesiger Ansturm seien der Grund für die langen Wartezeiten gewesen, sagte Kurt Schaufelberger, Verwaltungsrats-Präsident der 33er Taxi AG und Delegierter des Verwaltungsrates der Taxi-Zentrale AG. Er bestätigte, dass viele Kunden sich in Geduld üben mussten. Am Heiligen Abend habe es bis zu 5000 Anrufe in der Stunde gegeben. «Da kann sich jeder vorstellen, dass wir überlastet waren und nicht jedes Telefon abgenommen werden konnte», sagte er. Die 33er-Taxis hatten zwischen 120 und 150 Fahrzeuge, die 44er rund 80 Taxis im Einsatz.

Vereiste Trottoirs

Viele Leute, die ursprünglich das öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollten, hätten sich nicht auf die vereisten Trottoirs gewagt. Die Strassenverhältnisse waren laut Schaufelberger auch für viele Taxifahrer der Grund, sich nicht ins Auto zu setzen. Die grossen Taxis mit Hinterradantrieb waren auf den eisigen Strassen nicht sicher. Weniger Probleme hatten Kleinfahrzeuge mit Vorderradantrieb.

Vor allem in den Gemeinden rund um die Stadt waren die Strassen eisig und schneebedeckt. Deshalb mussten die Taxifahrer viel mehr Zeit aufwenden, um ans Ziel zu gelangen. Auch deswegen seien die Wartezeiten entstanden, sagte Schaufelberger. Der Ansturm sei schon vor einem Jahr gross gewesen, doch waren damals die Strassenverhältnisse gut.

Es habe praktisch keine Reklamationen gegeben, sagte er weiter. Viele Kunden hätten im Kreis der Familie gewartet und mussten nicht lange in der Kälte stehen.

Schaufelberger kündigte an, dass es an Silvester wohl noch schlimmer werde. Dann sei während der ganzen Nacht Hochbetrieb. Trotz der Probleme an Weihnachten werden wohl wieder viele ältere Menschen das Taxi nutzen wollen. «Sie wollen von Haustür zu Haustür gebracht werden», sagte Schaufelberger. Die BLT und die BVB bieten an Silvester einen Nachtdienst an. Beim Basler und Baselbieter öffentlichen Verkehr gab es an den Weihnachts-Feiertagen keine grösseren Probleme.

Das Taxigewerbe könne sein Angebot nicht auf ein paar Tage im Jahr mit Hochbetrieb ausrichten. Es sei auch nicht möglich, kurzfristig zusätzliche Fahrzeuge einzusetzen, weil diese eine Bewilligung benötigten, sagten die Taxiunternehmer einstimmig. Komme hinzu, dass die gesetzlichen Regeln keine Überzeit mehr erlauben: Die Chauffeure müssen auch bei Hochbetrieb eine Pause einlegen, wenn sie die gesetzlich erlaubte Fahrzeit absolviert haben.

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