Er machte den besseren Eindruck als die 14 Mitbewerber und die zwei Mitbewerberinnen: Thomas Schneider (54) war zuletzt mit Auditaufgaben bei der Credit Suisse betraut. Nach einer beachtlichen Karriere im Bankenwesen ist für den Basler nun Zeit, einen Gang runterzuschalten. Er war jung Vater geworden, stieg nach der Speditionslehre bei der Schuhfirma Bally ein, wo er lernte, wie man Schuhe herstellt und vertreibt.

Ins Bankenwesen rutschte er mit der Fusion des Bankvereins mit der Schweizerischen Bankgesellschaft 1997, die er als Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young begleitete, wo er über 25 Jahre tätig war. Hier wurde er auch das erste Mal mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) konfrontiert. Sieben Jahre war er mit der regulatorischen und finanziellen Prüfung der Baselbieter Vorzeigebank betraut. Bereits damals habe sie einen guten Eindruck auf ihn gemacht, sagte der designierte neue BLKB-Bankratspräsident. Schneider wurde gestern vom Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber (CVP) an einer Medienkonferenz kurz vorgestellt.

Schneider wird ab August der erste Bankratspräsident der BLKB nach der Einführung des neuen Public-Governance-Gesetzes. Dieses sieht unter anderem die Entflechtung von Politik und Bankrat vor. Verwaltungsräte sollen nicht mehr dazu verpflichtet werden können, ihre Entschädigungen an Parteien oder Interessensverbände weiterzuleiten. Lauber wollte auf Anfrage nicht darüber Auskunft geben, ob sich Parteiexponenten beworben hatten. Schneider jedenfalls wird sein Honorar keiner Partei weiterleiten. Er selbst sagt: «Ich bin nicht parteipolitisch tätig, bezeichne mich aber als konservativ-neutral.»

Schneider wird das Amt im 40-Prozent-Pensum ausführen. Unter anderem wolle er sich Zeit nehmen für seine Enkelkinder und seine Hobbys wie etwa das Wandern. Es könnten durchaus 41 Prozent werden, warnte ihn Anton Lauber mit einem Lachen. Doch ist nicht davon auszugehen, dass der neue Mann das Ruder bei der BLKB herumreissen wird. Mehrfach wurde betont, dass die Bank hervorragend aufgestellt sei. Sorgen macht Schneider allenfalls das Kundenbedürfnis, das sich im Wandel befindet. «Auf der einen Seite wollen die Leute sehr viel online machen, auf der anderen Seite ist aber auch die persönliche Beratung wichtig.»