Gemeinderatswahlen

Titterten atmet erst halb auf: Vor den Wahlen für die vakanten Gemeinderatssitze ist vieles unklar

«Meine Kandidatur ist vorläufig nur eine halbe», sagt Ulrich Müller vor der Nachwahl für einen freien Gemeinderatssitz in Titterten. (Symbolbild)

«Meine Kandidatur ist vorläufig nur eine halbe», sagt Ulrich Müller vor der Nachwahl für einen freien Gemeinderatssitz in Titterten. (Symbolbild)

Seit Mitte August wird Titterten bloss vom Gemeindepräsidenten und von der Vizepräsidentin geführt; drei Sitze sind verwaist, einer bereits seit Dezember 2018.

Nun zeichnet sich ein Silberstreifen am dunklen Horizont über dem Bergdorf ab. Ein Informationsanlass, zu dem alt Nationalrat Christian Miesch vor ein paar Tagen eingeladen hatte, stiess auf grosses Interesse – und auch zu Kandidaturen.

Zwei der drei Männer wollen sich aber noch nicht festlegen und erst die Nachwahl – der vierte Versuch – vom kommenden Sonntag abwarten. Dazu steht Albert Gort als offizieller Kandidat zur Verfügung. Wählbar ist jede stimmberechtigte Person von Titterten. Es gilt das relative Mehr. Die bz redete gestern mit Gort. Nach dem Gegenlesen seiner Textpassagen zog er seine Aussagen jedoch wieder zurück.

Für die Ersatzwahl vom 24. November für die zwei weiteren freien Sitze sind Ulrich Müller und Theo Schweizer im Gespräch. «Meine Kandidatur ist vorläufig nur eine halbe», erklärt Müller. Viele Probleme in ihrer Gemeinde müssten bewältigt werden. Genauer will er sich dazu nicht äussern. Er habe nicht Lust, all dies zu lösen. «Es muss sich in unserem Dorf innert kurzer Zeit etwas bewegen, damit ich zu einer Bewerbung für den Gemeinderat Ja sagen kann», sagt der 68-Jährige, der als Landwirt kürzergetreten ist und deshalb mehr Zeit investieren könnte als noch vor gut fünf Jahren. 2014 hatte er in einer Kampfwahl gegen Urs Buser, der vor zwei Monaten sein Gemeinderatsamt per sofort niederlegte, den Kürzeren gezogen. Ulrich Müller erhielt in sämtlichen drei ergebnislosen Urnengängen seit vergangenem Februar Stimmen, ohne offiziell kandidiert zu haben.

Auch der 67-jährige Theo Schweizer klingt noch nicht überzeugt. Dass er kandidiere, sei «halb richtig». Der Besitzer einer Dachdeckerfirma meint: «Es sind noch ein paar Sachen, die in der Luft liegen.» Konkreter will Schweizer ebenfalls nicht werden.

Titterten hat Anfang September vom Kanton eine Ausnahmebewilligung erhalten, dass es bis 20. Oktober von bloss zwei Gemeinderatsmitgliedern «regiert» werden darf.

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