Tariferhöhung

Tramfahren wird im Nordwestschweizer Tarifverbund erneut teurer

Die letzte Erhöhung der Billett-Preise hat die Kunden nicht abgeschreckt.

Die letzte Erhöhung der Billett-Preise hat die Kunden nicht abgeschreckt.

Der Tarifverbund Nordwestschweiz erhöht ihre Preise für Billette. Das U-Abo kostet demnächst 73 Franken, die Kurzstrecke 2.10 Franken. Im Schnitt gehen die Preise um 4,8 Prozent rauf.

«Ich weiss, dass der Zeitpunkt für die Erhöhung der Billettpreise heikel ist.» Andreas Büttiker, Geschäftsführer des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW), ist sich bewusst: Die Meldung, dass das Tram-, Bus- und Bahnfahren in der Region im Sommer teurer wird, wird zu Diskussionen führen.

Schliesslich fällt der Entscheid mitten in die politische Debatte darüber, ob ein Teil der ÖV-Verbindungen in den Baselbieter Randgebieten gestrichen werden soll. Nur gibt es für den TNW-Chef «lediglich falsche Zeitpunkte», um die Preise zu erhöhen. Zufrieden ist da nie wer. Büttiker weist darauf hin, dass bei der ganzen Debatte um den ÖV-Abbau oft in Vergessenheit gerate, wie viel in den vergangenen Jahren investiert wurde. «Die Flotte wird laufend erneuert, das Angebot ausgebaut, und Bahnhöfe wurden modernisiert - so beispielsweise in Sissach, Gelterkinden und Dornach.» Die positiven Meldungen würden oft als selbstverständlich angesehen werden.

Wenig Widerstand in der Politik

Im Schnitt gehen die Preise um 4,8 Prozent rauf. Die Einzelfahrten werden auf den ersten Juni teurer, das Monats-U-Abo schlägt einen Monat später auf 73 Franken auf (Preise: siehe Box). Trotz spürbarem Aufpreis: Der grosse Aufschrei dürfte ausbleiben. Selbst der Baselbieter Grünen-Präsident Philipp Schoch findet etwa, dass die Tariferhöhungen angesichts des guten Angebots vertretbar seien. «Mobilität darf durchaus etwas kosten». Etwas skeptischer sind höchstens die Sozialdemokraten.

Der Baselbieter SP-Präsident Martin Rüegg ist der Meinung, dass eine Ausdünnung des ÖVs zusammen mit einer Erhöhung der Preise «ungünstig ist». Am meisten warnt er aber vor einer Zonierung, wie sie derzeit geprüft wird. Kathrin Schweizer (SP), die genau wie Rüegg der IG öV Nordwestschweiz angehört, fragt sich hingegen: «Wie lange wird der Kunde die Tariferhöhungen noch schlucken?»

Gemäss Büttiker gibt es keine Anzeichen dass dieser durch die schrittweisen Erhöhungen vergrault wird. «Seit wir vor eineinhalb Jahren die Tarife erhöht haben, haben wir gar neue Kunden gewonnen.» Auch beim Kanton sieht man den Preiserhöhungen nach dem Kundenanstieg der vergangenen Jahren gelassen entgegen. Oliver Biedert von der Abteilung Öffentlicher Verkehr erwartet aber, dass «auf den vom Leistungsabbau betroffenen Linien die Nachfrage zurück gehen wird».

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