Am Samstagmorgen versteigert der Kanton Baselland fünf Luxusautos, ein Harley-Davidson-Motorrad, einen Kleintransporter sowie 180 Velos. Die Veranstaltung hat Volksfest-Charakter: Erwartet werden mehrere hundert Interessierte, am Grill steht der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber. Doch Berardino Barbati, Leiter Fundbüro und Verwertungsdienst, sagt: «Der primäre Grund für diese Versteigerung ist es, die beschlagnahmten Gegenstände bestmöglich zu verwerten, also für den Kanton zu Geld zu machen.» 

Das vor elf Jahren ins Leben gerufene Baselbieter «Kompetenzzentrum für Verwertungen», wie die Amtsstelle offiziell heisst, ist eine Erfolgsstory. Mittlerweile würden sogar Aufträge anderer Kantone, darunter Aargau, Bern und Basel-Stadt, ausgeführt. «Damit können wir unsere Fixkosten besser decken»; sagt Barbati. 

Nur Barbezahlung

Bezahlt wird an der Versteigerung, die am Samtag um 10.15 an der Oristalstrasse 100 in Liestal stattfindet, nur mit Bargeld. Das entspreche dem Vorgehen bei allen Versteigerungen in der Schweiz, sagt Barbati, und für die Sicherheit sei dank eines entsprechenden Polizeiaufgebots gesorgt. «Zudem führen wir ein Gant-Protokoll, aus dem hervorgeht, wer etwas gekauft hat und zu welchem Preis.»

Nebst Fahrzeugen, die bei Raser-Delikten beschlagnahmt werden, sind auch Gegenstände aus Pfändungs- und Konkursmassen darunter. «In diesem Jahr haben wir uns beispielsweise entschlossen, einen Lieferwagen aus der Konkursmasse der Firma Bettenhaus anzubieten», sagt Barbati. Er erhoffe sich dadurch einen höheren Preis, als wenn er den Lieferwagen auf anderen Wegen veräussert hätte.

Der bestmögliche Preis für den Kanton ist auch die Motivation für die Velo-Versteigerung. Während Basel-Stadt beispielsweise eingezogene Velos an eine gemeinnützige Organisation verschenkt, bringt Barbati am Samstag 180 «gut erhaltente Velos» eines nach dem anderen auf die Gant-Bühne. «Ganz zum Wohle des Steuerzahlers», sagt er.